26.07.2012, 19:06

Michael Söldner

Gamma Group

Neuer Staatstrojaner aufgedeckt

©citizenlab.org

Das zum Ausspähen von Oppositionellen aus Bahrain genutzte Spionageprogramm FinSpy ist nun in die Hände von Sicherheitsexperten gelangt.
Auf Wunsch der Pro-Demokratie-Bewegung im Wüstenstaat Bahrain untersuchte Bloomberg News verdächtige Mailanhänge, die den Mitgliedern der Aktivisten in den vergangenen Wochen zugeschickt wurden. Bei der Analyse durch die Sicherheitsfirma Citizen Lab zeigte sich schnell, dass die E-Mails mit einem neuartigen Überwachungstool namens FinSpy versehen waren.

Bei FinSpy handelt es sich um eine Software der Gamma International aus Großbritannien, die wiederum Teil der britisch-deutschen Gamma Group ist. Mit der Software lassen sich Unterhaltungen über Skype mitschneiden oder dort geführte Chats auswerten. Darüber hinaus erlaubt das Spionageprogramm den Zugriff auf die Webcam sowie das Mikrofon, sogar die Überwachung sämtlicher Tastatureingaben ist möglich.

Heimtückisch: FinSpy wird nicht von aktuellen Virenprogrammen identifiziert. Im Falle der Pro-Demokratie-Aktivisten gelangte das Programm über Foto-Anhänge auf die betreffenden Rechner. Diese Bilder sollten die Folterungen in Bahrain belegen.
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Nach der Installation sammelt die Schadsoftware im Hintergrund zahlreiche Daten und schickt diese später an einen entfernten Server.
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