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Psychologe warnt vor Killerspielen

15.06.2008 | 14:15 Uhr |

In einem Zeitungsartikel der Zeit warnt der Kinderpsychologe Dr. Georg Romer vor den Gefahren von gewalthaltigen Spielen. Schutzmaßnahmen wie schon bei Filmen oder Pornografie seien daher unumgänglich.

Die seelische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen werde nach Ansicht eines führenden deutschen Kinderpsychologen von brutalen Computerspielen sehr start gefährdet. Dr. Georg Romer, stellvertretender Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf , fordert in einem Artikel in der Zeit daher stärkere Schutzmaßnahmen. Ähnlich wie schon bei Gewaltfilmen oder Pornografie müsste die junge Zielgruppe stärker kontrolliert werden.

Den Zusammenhang von Gewaltbereitschaft und gewaltverherrlichenden Videospielen sieht Romer bereits als gut belegt an. Eine Aussage darüber, bei welchen Kindern der Konsum von gewalthaltigen Videospielen auch zu einer tatsächlichen Gewaltausübung im Alltag führen könnte, ließe sich jedoch nicht vorhersagen: „Wir wissen aber, dass durch eine Überflutung mit medialen Bildern massiv in die Kartografie der Kinderhirne eingegriffen wird. Insbesondere Kinder im Grundschulalter müssen vor medialer Reizüberflutung geschützt werden.“, erklärt Romer.

Die Gefährdung sei bei Jungen deutlich stärker ausgeprägt als bei Mädchen: „Jungs sind von Natur aus wettkampforientiert, suchen die Auseinandersetzung. Aber das ist gesellschaftlich nicht mehr gewünscht.“, so Romer. Diese Wettkämpfe würden als Ausweg einfach in die virtuelle Welt verlegt. Dabei gelte es jedoch noch zu bedenken, dass Jungen die Suche nach erwachsenen Vorbildern deutlich schwerer fallen würde als Mädchen. So müssten sich Jungs ständig zwischen den Extremen Weichei und Macho behaupten. Romer geht sogar noch weiter und unterstellt Computerspielern ein generell gestörtes Verhältnis zu ihrer Rolle: „Jungs, die in Computerspiele fliehen, sind in ihrer Männlichkeitsrolle verunsichert.“, so Romer abschließend.

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