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Mikrotransaktionen auf dem Vormarsch

05.04.2010 | 14:37 Uhr |

Mikrotransaktionen, also relativ günstige Käufe von virtuellen Gütern wie Spielgeld, Gegenstände oder Charaktere in Online-Spielen, stoßen bei Gamern im Europa oder Nordamerika auf immer größere Akzeptanz.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Consumer Trends in Virtual Goods and Downloadable Gaming in North America and Europe" des Marktforschungsunternehmen DFC Intelligence und der Mikrotransaktionsplattform Live Gamer. DFC zufolge zeichnet sich für die nächsten Jahre ein klarer Trend hin zu kostenlosen Massiv-Mehrspieler-Online-Games (MMOGs) ab, die auf derartige Mikrotransaktionen statt monatlichen Gebühren als Geschäftsmodell setzen. Derartige Spiele waren bislang vor allem in Korea beliebt und verbreitet. Von knapp 5.000 zu Jahresbeginn befragten Gamern in Nordamerika und Europa haben drei Fünftel angegeben, dass sie bereits In-Game-Güter gekauft haben. "Meist werden solche digitalen Gegenstände in Free-to-Play-Produkten angeboten, die für den Konsumenten ein geringeres Risiko bedeuten", sagt DFC-Analyst David Cole. Vorreiter in Sachen virtueller Güterkäufe ist Korea, wie auch eine DFC-Analyse der Live-Gamer-Transaktionsdaten aus über sieben Jahren bestätigt.

"Es ist aber klar, dass Märkte wie Deutschland, Japan und die USA nicht nur in Richtung Korea tendieren, sondern auch mit deutlich höheren Einzeltransaktionen", sagt Cole. Gerade bei Games, die zwar persistente Spielwelten und Charakterentwicklung bieten, aber nicht wie etwa World of Warcraft auf Abo-Gebühren setzen, rechnet DFC mit einer Explosion des Marktvolumens. Es werde in Europa und Nordamerika von aktuell etwa 800 Mio. Dollar auf über drei Mrd. Dollar im Jahr 2015 anwachsen.

Auf einen Trend hin zu Games, die sich mit In-Game-Käufen finanzieren weist auch die Tatsache hin, dass Valve bei seiner Spiele-Vertriebsplattform Steam mit diesem Jahr eine Unterstützung von Mikrotransaktionen plant. Damit wird sie auch für Gratis-Spiele interessant.

Bei uns hat beispielsweise das Spiel Bounty Bay Online bereits gezeigt, dass Abo-Modelle nicht unbedingt greifen. Das Game wurde in Deutschland zunächst kostenpflichtig gestartet, inzwischen aber auch gratis mit Mikrotransaktionen angeboten. Genau damit hatte die koreanische Version von Anfang an Erfolg.

Dem Mikrotransaktions-Rezept folgen indes auch Games, die mit vergleichsweise massentauglichen Spielkonzepten Millionen User anlocken können. Dazu zählen beispielsweise Sonys Free Realms oder Zyngas auf Facebook beliebtes Farmville, das mit seinem Geschäftsmodell freilich bereits Betrugsvorwüfe ernten musste.

(pte)

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