87460

Games Convention: Wunderwelt der digitalen Unterhaltung

Bässe wummern, Blitze zucken, auf Riesenmonitoren laufen Werbefilme in Kinoqualität: Die Leipziger Messe hat sich zur "Games Convention" (GC), Europas größter Messe für Computer- und Videospiele, in eine Wunderwelt der interaktiven Unterhaltung verwandelt.

Wie auf einem Jahrmarkt quetschen sich die Besucher schon am ersten Publikumstag der Games Convention (GC) an Ständen der 280 Aussteller vorbei. Mit riesigem Materialaufwand versuchen die Branchenriesen das zumeist jugendliche Publikum anzulocken.

Gordon Kaufmann aus Angermünde in Brandenburg ist begeistert. "Das ist der beste Schulausflug meines Lebens", sagt der 18-Jährige, der mit seiner Berufsschulklasse am Donnerstag nach Leipzig gekommen ist. Er interessiert sich besonders für die neue Spielekonsolen Xbox 360 von Microsoft.

Branchenprimus Electronic Arts hat in Halle 3 eine dem neuen Münchner Fußballstadion nachempfundene blau leuchtende Spielearena aufgebaut. Eine Million Euro lässt sich das Unternehmen den Auftritt nach eigenen Angaben kosten. In den Gängen zum Innenraum können die Besucher die neuesten Spiele wie das Fußballspiel "FIFA 2006" oder eine neue Version der interaktiven Seifenoper "Sims" testen. Herzstück der Arena ist der Innenraum, in dem in einem 360-Grad-Kino zahlreiche Trailer und Gewinnspiele laufen. Auch Microsoft und Nintendo haben Zuschauertribünen aufgebaut.

Andere Anbieter locken mit zahlreichen Werbegeschenken. Tütenweise schleppen die Besucher die Mitbringsel durch die Messehallen. Manch ein Aussteller schickt leicht bekleidete Hostessen auf Publikumsfang. Andernorts verschmelzen reale und virtuelle Welt. Die Hauptfiguren der Videospiele locken als lebendige Figuren. In allen Lagen können die Besucher die Spiele an den hunderten von Geräten ausprobieren: Im Stehen, im Sitzen oder gemütlich im Liegen. Über weißen Kissen hat Sony an der Decke Monitore aufgehängt. Die neue mobile Spielekonsole PSP verleiht das Unternehmen gegen Vorlage des Personalausweises. 500 Geräte stehen dafür zur Verfügung.

"Es ist der blanke Wahnsinn", sagt Michael Blumberg. Der 52- Jährige aus Bad Schmiedeberg in Sachsen-Anhalt geht staunend über die GC. "Ich spiele selbst für mein Leben gern, 1984 habe ich mir im Intershop den ersten Atari gekauft", erzählt er. Wie sich die Branche seitdem weiterentwickelt, nennt er unglaublich.

Für einen Tag auf der GC sind die Brüder Simon (12) und Johannes (15) Schmidt aus Lebach im Saarland angereist. "Wir haben den Nachtzug genommen" sagen die beiden, während sie darauf warten, vor einem Monitor bei einem Boxspiel wilde Verrenkungen vollführen zu können, um einem Bösewicht auf dem Monitor auszuknocken. "Diese Messe ist ein Muss für uns, wir haben es endlich nach Leipzig geschafft", sagt Johannes.

Gleich zu zwölft ist eine Gruppe aus Augsburg gekommen. In ihren gelben T-Shirts fallen sie sofort auf. Auf dem Rücken haben sie die Jahreszahlen 2003, 2004 und ein großes 2005 geschrieben. Dazu heißt es "We are back". Zum dritten Mal seien sie inzwischen auf der GC in Leipzig, erzählen sie. Die Messe hat in der Szene längst Kultcharakter. Mit Autos haben sich die Augsburger von Bayern nach Sachsen aufgemacht. Eine Dauerkarte ist Ehrensache, übernachtet wird auf einem Campingplatz. Besucher der GC seien da nicht besonders anspruchsvoll.

0 Kommentare zu diesem Artikel
87460