30.05.2001, 15:33

Hans-Christian Dirscherl

GMX überprüft Mail-Accounts

Viele GMX-Nutzer erhielten in den letzten Tagen Mail von GMX. Darin wurde ihnen mitgeteilt, dass ihre angegebenen Daten nicht korrekt seien und sie diese korrigieren sollen. GMX-Nutzer, die diese und weitere Aufforderungen ignorieren, müssen mit der Schließung ihres Accounts rechnen.

Viele GMX-Nutzer erhielten in den letzten Tagen Mail von GMX. Darin wurde ihnen mitgeteilt, dass ihre angegebenen Daten nicht korrekt seien und sie diese korrigieren sollen. GMX-Nutzer, die diese und weitere Aufforderungen ignorieren, müssen mit der Schließung ihres Accounts rechnen.
Die auf Deutsch und Englisch verfasste Mail mit dem Betreff "Bitte korrigieren Sie Ihre Adresse " war an "GMX Mitglieder"adressiert. Darin wurde dem GMX-Nutzer mitgeteilt, dass "die Überprüfung Ihrer angegebenen Daten eine nicht gültige (postalische) Adresse ergab". Der Nutzer wurde aufgefordert, "im Mitgliederbereich unter 'Optionen'" seine persönlichen Daten zu korrigieren. Daran angeschlossen war die Erinnerung, dass GMX "gemäß unserer AGBs keine anonymen Anmeldungen akzeptieren" würde.
Kurz darauf bekamen GMX-Nutzer in der selben Angelegenheit erneut Post. Darin bat der Freemail-Provider "die Unklarheiten, die aus unserem gestrigen Schreiben hervorgegangen sind, zu entschuldigen". Außerdem wurde die Überprüfungs-Aktion nun detaillierter erläutert. Offensichtlich hatte das Mailing für einige Irritationen gesorgt.
Hintergrund der Aktion: GMX will Mail-Accounts aufspüren, zu denen falsche Postadressen angegeben sind. Dadurch sollen anonyme Zugänge entdeckt werden: Kunden namens Donald Duck mit Wohnsitz in Entenhausen sollen in Zukunft unmöglich sein. Gemäß den AGBs sind solche anonyme Accounts bei GMX unzulässig. Trotzdem war es bisher ohne Probleme möglich, sich unter Angabe einer falschen Adressen oder eines falschen Namens anzumelden.
Die automatisierte Überprüfung der Adressen wurde Mitte Mai abgeschlossen. Im Anschluss daran schrieb GMX alle fraglichen Nutzer an. Benutzer, die auf die Mail hin ihre Angaben auf der Website von GMX überprüfen wollten, konnten ihre Daten unter Umständen nicht korrigieren: Der Server war durch den Ansturm der vielen GMX-Nutzer überlastet.
Angeblich sollen bereits alle in Frage kommenden GMX-Kunden informiert worden sein. Wieviele Zugänge hierzu überprüft wurden, konnte uns Stefan Follmer, Pressekontaktmann für GMX bei BSMG World Wide, nicht sagen. Die Auswertung, wieviele Adressen tatsächlich gefaket sind und bei wie vielen es sich nur um kleine Tippfehler handelt, sei noch nicht abgeschlossen. Somit sei es durchaus möglich, dass bisher verschonte GMX-Nutzer doch noch angeschrieben werden. Bisher haben nämlich keineswegs alle Inhaber von GMX-Accounts mit falschen Adressen diese Mail bekommen, wie Nachforschungen der PC-WELT ergaben. Außerdem wurden auch einige Nutzer angeschrieben, die eine prinzipiell korrekte Adresse angegeben hatten. Offensichtlich reagierte die Überpüfungs-Software auch auf minimale Tippfehler, wie zum Beispiel "z" statt "s" in einem uns bekannten Fall.
Reagiert ein Nutzer nicht auf die Mail von GXM, so werde er noch mehrmals angeschrieben. Korrigiert er auch dann seine Adresse noch nicht, so muss er voraussichtlich mit der Löschung seines Accounts rechnen. Alle Details zum Procedere seien aber noch nicht festgelegt, wie Herr Follmer meinte.
GMX will seine Werbepartner garantieren können, dass alle potenziell verwertbaren Adressen richtig sind. Außerdem sollen aus Gründen der Zuverlässigkeit und des gegenseitigen Vertrauens anonyme Adressen beseitigt werden. Herr Follmer versicherte in diesem Zusammenhang nochmals, dass GMX alle Angaben vertraulich behandelt.
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