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GMX: "Wir sind böse. Richtig schlimme Finger."

02.06.2001 | 14:47 Uhr |

Recht humorvoll informiert GMX momentan seine Kunden über die in den Internet-Medien losgetretene Welle hinsichtlich der Korrekturen bei GMX-Mail-Accounts: GMX forderte Nutzer dazu auf, fehlerhafte oder unvollständige Adressen zu korrigieren. Einzelne Auszüge der GMX-Rundmail wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten.

Recht humorvoll informiert GMX momentan seine Kunden über die in den Online-Medien losgetretene Welle hinsichtlich der Korrekturen bei GMX-Mail-Accounts: GMX forderte Nutzer dazu auf, fehlerhafte oder unvollständige Adressen zu korrigieren.

Auch die PC-WELT berichtete über die Aktion und Auszüge der GMX-Rundmail wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten. GMX gibt zu: "Wir sind böse. Richtig schlimme Finger. Wenn die deutsche Internetlandschaft ein Western wäre, dann wären wir die mit den schwarzen Cowboyhüten und dem verschlagenen Blick. Wäre sie ein Star Trek Film, dann würden wir in der Besetzungsliste als Klingonen auftauchen."

Weiter heißt es: "Begonnen hatte diese Woche mit einer aus unserer Sicht eigentlich gänzlich unspektakulären Aktion: Wir versendeten an diejenigen unserer Mitglieder, die bei der Registrierung fehlerhafte oder unvollständige Adressdaten angegeben haben, eine e-mail mit der Bitte um Korrektur dieser Daten."

"Dass GMX nur Benutzer akzeptiert, die bereit sind, sich eindeutig zu identifizieren (und das heißt eben: sich mit korrekten persönlichen Daten registrieren), ist nun wirklich keine Neuerung. Diese 'Keine Anonymitäts'-Klausel ist seit jeher Bestandteil unserer Nutzungsbedingungen, und mit genau diesen hat sich jedes GMX Mitglied bei der Registrierung einverstanden erklärt. Auch der Grund hierfür ist hinlänglich bekannt: Es geht uns, nicht zuletzt auch im Interesse unserer Mitglieder, darum, einem Missbrauch unseres Dienstes vorzubeugen. Vor diesem Hintergrund hat es uns dann doch etwas in Erstaunen versetzt, welche Reaktionen auf diese Aufforderung folgten."

GMX-Kunden reagierten nach Angaben des Unternehmens gelassen: "Während unsere Mitglieder sich - wie erwartet - keineswegs überrascht zeigten und ihre Daten auf den aktuellen bzw. korrekten Stand brachten (wenn auch der eine oder andere möglicherweise aufgrund der anfänglichen technischen Probleme zähneknirschend), witterten einige Kollegen der schreibenden Zunft Skandalträchtiges und publizierten fleißig Meldungen verwirrenden Inhalts."

"Unser Lieblingsartikel aus dieser Serie bezeichnete unsere Aktion als 'in der Geschichte des Web bisher einzigartige Überwachungsaktion' und schwang sich zu der Behauptung auf, die Adressen seien 'anhand von Daten der Einwohnermeldeämter' überprüft worden. Leider eine Fehlinformation - aber eine interessante Idee, wenn man bedenkt, dass die Gebühr für eine Adressauskunft beim Einwohnermeldeamt in der Regel 10 DM beträgt -  bei den über 9 Millionen GMX Mitgliedern ergäbe dies abzügl. Mengenrabatt das mickrige Sümmchen von 90 Millionen DM. Naja, das machen wir dann beim nächsten mal - nachdem wir die Weltherrschaft an uns gerissen haben, was Bösewichte ja bekanntlich immer anstreben."

"Schon weitaus weniger amüsant fanden wir die doch sehr eindeutig zur Fehlinterpretation einladende Behauptung, die Überprüfung der Adressdaten stehe 'im Zusammenhang mit der geplanten Nutzung der Kundendaten zu Werbezwecken'. Wer würde bei dieser Aussage nicht sofort an regen Adresshandel denken und am liebsten losrennen und seinen Briefkastenschlitz zunageln?"

Im Zusammenhang über Spekulationen, wie mit den Daten umgegangen wird, versicherte GMX - wie schon gegenüber der PC-WELT: "Sie haben unser Wort: Unsere Werbepartner kommen niemals in direkten Kontakt mit Ihren persönlichen Daten. Auch für die Nutzer von GMX Comfort, die mit ihrer Einwilligung, per Post gelegentlich Informationen zu erhalten, die Finanzierung zusätzlicher Features ermöglichen, gilt: Keine Weitergabe Ihrer Adressdaten an Werbepartner! Der einzige (vermutliche) Vermarktungsvorteil, den uns die Überprüfung Ihrer Adressen einbringt, ist die Tatsache, dass die Werbewirtschaft aus der Korrektheit nachprüfbarer Mitgliederdaten Rückschlüsse auf die Qualität und Seriösität eines Anbieters wie GMX zieht."

Das Fazit von GMX: "Nicht jeder, dem ein schwarzer Hut aufgesetzt wird, führt Böses im Schilde, und es gibt auch Klingonen, die es bis zum Commander auf einem Schiff der Sternenflotte bringen."

GMX überprüft Mail-Accounts (PC-WELT Online, 30.05.2001)

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