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GCHQ spioniert Internet-Nutzer über gefälschte LinkedIn-Seiten aus (UPDATE)

11.11.2013 | 10:34 Uhr |

Über gefälschte LinkedIn-Seiten verschafft sich der britische Geheimdienst GCHQ Zugang zu den Rechnern von Zielpersonen.

Update: In der ursprünglichen Meldung hieß es, die Attacken seien direkt über Seiten von LinkedIn erfolgt. Das ist nicht richtig, sondern sie erfolgten über vom GCHQ gefälschte LinkedIn-Seiten. Wir entschuldigen uns für diesen Fehler und haben ihn korrigiert. Außerdem haben wir dem Artikel auch eine Stellungnahme von LinkedIn hinzugefügt.

Keine Woche ohne neue Enthüllungen aus dem Dokumenten-Fundus von Whistleblower Edward Snowden. Der Spiegel berichtet heute erneut über die Abhör-Praktiken des britischen Geheimdienstes. Der GCHQ nutzt demnach gefälschte Seiten des Business-Netzwerks LinkedIn , um sich Zugriff auf die PCs von Zielpersonen zu verschaffen.

Über einen so genannten „Quantum Insert“ wird dabei Spähsoftware auf dem Rechner installiert, der dann die Überwachung des Internet-Verkehrs ermöglicht. Eine Praktik, die auch beim US-Geheimdienst NSA angewendet wird. Zu den Zielpersonen zählen dabei einzelne Verdächtige als auch Unternehmen aus dem europäischen Raum. So wurde beispielsweise bei mehreren Mitarbeitern des belgischen Providers Belgacom entsprechende Spähsoftware eingeschleust.

Während der GCHQ im kabelgebundenen Internet bereits große Bewegungsfreiheit genießt, sollen die Spitzel-Methoden des Geheimdienstes nun auch auf auf das mobile Internet ausgeweitet werden. Aus diesem Grund werden laut den Spiegel-Recherchen zunehmend Mobilfunk-Dienstleister wie das Abrechnungsunternehmen Mach zur Zielscheibe der Spione. Ebenfalls mit Spähsoftware ausgestattet wurden Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder Opec.

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LinkedIn betont in einer Stellungnahme gegenüber PC-WELT, dass LinkedIn weder gehackt wurde noch die Attacke über das Business-Netzwerk stattfand, sondern gefälschte LinkedIn-Seiten verwendet wurden. LinkedIn sei über diese Aktivitäten auch nicht informiert gewesen und billige sie auch nicht. "Um es klar zu sagen: Wir würden eine derartige Aktivität niemals gutheißen, unabhängig welchem Zweck sie dient, und wurden über die angebliche Aktivität auch nicht unterrichtet", heißt es in der uns vorliegenden Stellungnahme.

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