2008196

GB: Internet-Trolle sollen härter bestraft werden

20.10.2014 | 13:01 Uhr |

In Großbritannien drohen Internet-Trollen künftig höhere Strafen. Entsprechende Pläne hat der Justizminister angekündigt.

Sie denken, sie sind anonym im Netz unterwegs, und pöbeln, bedrohen und betreiben Cybermobbing. Gegen solche Internet-Trolle will die britische Justiz nun härter durchgreifen. Der britische Justizminister Chris Grayling stellte seine Pläne für die Verschärfung der Strafe für Internet-Trolle vor. Ihnen soll künftig als Höchststrafe eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren drohen. Bisher konnten Internet-Trolle nur zu einer Haft bis zu sechs Monaten verurteilt werden. Die Strafmaß soll also vervierfacht werden.

In Großbritannien wird derzeit über Internet-Trolle heftig diskutiert, nachdem die Prominenten-Tochter Chloe Madeley Opfer von Angriffen durch Internet-Trolle geworden war. Madeley, Tochter des TV-Moderatoren Richard Madeley und Judy Finnigan, hatte die Aussage ihrer Mutter über einen wegen Vergewaltigung verurteilten Fußball-Profi Ched Evans verteidigt. Ihre Mutter hatte gesagt, dass Evans nach dem Verbüßen seiner Haftstrafe seine Karriere als Fußballer fortsetzen dürfen sollte. Sie begründete dies damit, dass die von Evans begangene Vergewaltigung nicht gewalttätig gewesen sei und keine körperlichen Schäden hinterlassen habe.

Nachdem Chloe Madeley die Aussagen ihrer Mutter im Web unterstützt hatte, drohten Internet-Trolle an, sie vergewaltigen zu wollen. Madeley hatte sich schockiert über die Bedrohungen gezeigt. Wer solche Dinge äußert, könne sich nicht auf das Recht der freien Meinungsäußerung berufen. Diese Art des Verhaltens müsste als Online-Terrorismus angesehen werden und illegal sein.

Justizminister Grayling bezeichnete Internet-Trolle nun als "Feiglinge, die unser Volksleben vergiften." Niemand würde so ein Gift in Person erlauben, also dürfe dafür auch kein Platz in sozialen Medien sein. Im Kampf gegen Cybermobbing müsse ein klares Signal gesendet werden: "Wenn Du trollst, dann riskierst Du, bis zu zwei Jahre hinter Gitter zu kommen."

In Deutschland gibt es keinen Straftatbestand für "Cybermobbing". Die Internet-Trolle können aber wegen Beleidigung, übler Nachrede, Bedrohung, Nötigung oder Verleumdung belangt werden. Dann drohen Haftstrafen bis zu fünf Jahren. Sollten Sie Opfer einer Cybermobbing-Attacke werden, dann empfiehlt es sich sofort, rechtliche Maßnahmen zu ergreifen. Hilfe finden Sie beispielsweise hier bei "Netz gegen Cybermobbing".

0 Kommentare zu diesem Artikel
2008196