Futureme.org: "Sie haben Post" - aus der Vergangenheit

Freitag den 23.12.2005 um 11:31 Uhr

von Markus Pilzweger

Sie möchten wissen, was die Zukunft für Sie bereit hält? Das ist etwas schwierig, aber dafür können Sie sich eine Mail in die Zukunft schicken. Beispielsweise mit Ihren Träumen, Wünschen oder Vorsätzen. Sie können natürlich auch nur mal nachfragen, wie es Ihnen so geht im Jahr 2035. Nein, wir haben nicht zuviel Glühwein erwischt, dieser kostenlose Dienst existiert bereits seit einigen Jahren in den USA, ist hier zu Lande aber nicht sonderlich bekannt.

Die Vorgehensweise ist ganz einfach: Auf der Website futureme.org geben Sie eine Mail-Adresse, Ihren Text und das gewünschte Sendedatum an - fertig. Wenn alles klappt, können Sie somit in dreißig Jahren mal bei sich nachfragen, wie es Ihnen so geht. Oder Sie formulieren ihre Wünsche, Ansprüche oder Vorhaben aus und können dann in der Zukunft überprüfen, was davon denn nun auch verwirklicht wurde. Natürlich lassen sich auch kurzfristige Termine, beispielsweise für die Geburtstagsparty im nächsten Jahr eintragen.

Wie unterschiedlich die Nutzer des Dienstes mit dem Service umgehen, zeigt ein Blick in die öffentlich zugänglichen (anonymen) Mails. Während sich einige kurz fassen, zum Beispiel "Es sind zehn Jahre vergangen. Zeit zum Heiraten!". Haben andere seitenlang ausformuliert, was ihnen jetzt wichtig ist, und was sie sich für die Zukunft wünschen.

Was auf den ersten Blick eine nette Idee ist, wirft bei näherer Betrachtung aber auch einige Fragen auf. Was ist zum Beispiel, wenn man in ein paar Jahren mit dem Scheitern seiner Ansprüche oder Träume konfrontiert wird? Oder - im schlimmsten Fall - man selber nicht mehr lebt, die Mail aber an die Familien-Mail-Adresse geschickt wurde und der Witwe einen gehörigen Schock verpasst?

Obendrein ist nicht bekannt, in welcher Form die Mails denn in 30 Jahren verschickt werden, oder ob zu diesem Zeitpunkt nicht bereits völlig andere Kommunikationsarten eingesetzt werden.

Freitag den 23.12.2005 um 11:31 Uhr

von Markus Pilzweger

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