73582

Fußball-WM fordert IT- und TK-Infrastruktur

05.05.2006 | 11:09 Uhr |

Die Fußballweltmeisterschaft stellt nicht nur an die Fans des runden Leders – und deren genervte Ehefrauen - hohe Anforderungen. Auch die IT-Infrastruktur muss sich bewähren.

Ohne IT, Internet und Telekommunikation geht nichts. Das gilt auch und ganz besonders für die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland.

Bereits vor dem Anpfiff spielte das Internet eine wichtige Rolle, nämlich bei der Ticketvergabe. Die Eintrittskarten selbst sind mit RFID-Funkchips ausgestattet. Und wenn das Turnier erst läuft, wird das Internet nach dem Fernsehen zur wichtigsten Informationsquelle.

Kurios: Ausgerechnet im wenig fußballbegeisterten Amerika überwacht ein Unternehmen die Telekommunikationsinfrastruktur in Deutschland während der Weltmeisterschaft. Avaya heißt die Firma, die vom texanischen Coppell (in der Nähe von Dallas) aus nach Schwächen Ausschau hält und gegebenenfalls Alarm schlägt, wenn die TK-Netze in Deutschland zu schwächeln anfangen, wie die Financial Times Deutschland berichtet. Das US-Unternehmen behält den Daten- und Sprachverkehr zwischen insgesamt 70 Orten im Auge, darunter alle Stadien und das Medienzentrum in München sowie beispielsweise alle wichtigen Flughäfen. Allein die Medienvertreter können 7000 Internetanschlüsse und 6000 Telefone nutzen.

In Deutschland ist vor allem T-Systems, eine Tochter der Telekom, gefordert. Aber auch Toshiba und Yahoo spielen beim Aufbau und der Bereitstellung der IT-Infrastruktur eine wichtige Rolle. Die wesentlichen Arbeiten sollen bereits abgeschlossen sein, im Mai sollen 99 Prozent der Anforderungen erfüllt sein. Das ist auch dringend notwendig, schließlich treten die Spieler ab dem 9. Juni gegen den Ball.

T-Systems hat während des Turniers mindestens 50 Mitarbeiter an jedem Standort im Einsatz. Neben dem eigentlichen Rechenzentrum steht noch ein zweites Reservezentrum für den Notfall bereit. Rund 4000 PC-Arbeitsplätze sind an das System angeschlossen. Während der WM dürften 15 Terabyte an Daten durch das Netz fließen, schätzt Avaya.

Natürlich stellt so eine Mega-Event im Internet auch eine reizvolle Herausforderung für Hacker dar. Bereits bei der WM 2002 in Japan und Korea versuchten IT-Freaks sich in das Netz einzuklinken. Sie scheiterten allerdings. Auf derartige Hackerattacken stellen sich die Verantwortlichen auch bei der WM in Deutschland ein.

Tipp: In der neuen PC-WELT 6/2006 liefern wir Ihnen ein Excel-Wettbüro zur Fußballweltmeisterschaft frei Haus. Mehr dazu finden Sie ab Seite 118 im Heft.

Fußball-Chronik mit WM-Special

0 Kommentare zu diesem Artikel
73582