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Immer mehr Sender sagen Vuvuzelas den Kampf an

17.06.2010 | 16:15 Uhr |

Der deutsche Bezahlsender Sky bietet den Zuschauern die Möglichkeit an, die Fußball-WM-Spiele auch mit einem gedämpften Vuvuzela-Sound anzuschauen. Aber nicht nur deutsche Sender reagieren auf die Vuvuzela-Problematik.

Bei Sky haben die Zuschauer seit der Partie Südafrika gegen Uruguay die Möglichkeit, über eine zusätzliche Tonoption die Spiele auch mit einem reduzierten Vuvuzela-Sound anzuschauen. Dazu setzt der Sender einen Spezialfilter ein und verspricht, dass die Atmosphäre im Stadion dabei nicht verloren gehe. Der Filter wird, so Sky, während einer gesamten Übertragung manuell nachjustiert, um möglichst genau die Vuvuzela-Klänge ausblenden zu können. Dass ein solcher Filter möglich ist, hatten Hobby-Entwickler bereits mit einfacheren Mitteln demonstriert .

Nicht nur in Deutschland sorgt der Kunststofftrompeten-Dauerklang während der Fußball-WM-Übertragungen für Unmut. Die BBC meldet, dass sie zahlreiche Zuschauer-Beschwerden zu diesem Thema erhalten habe. Canal+ in Frankreich hat - wie Sky - ebenfalls schon reagiert und versucht den Vuvuzela-Sound zu filtern.

Die Fernsehproduktionsfirma HBS, die alle Sender weltweit mit dem Sendesignal versorgt, weigert sich bisher, einen Vuvuzela-Filter einzusetzen. Dementsprechend reagieren die Sender nun verstärkt selbst. Auch die BBC will laut Medienberichten beim nächsten Spiel der englischen Mannschaft am Freitag gegen Algerien einen Vuvuzela-Filter einsetzen.

Andere Sender zögern noch, weil ein Vuvuzela-Filter auch die restliche Qualität des übertragenen Tons verschlechtert und auch den Klang der Kommentatoren beeinflusst. Außerdem wird befürchtet, dass die Stimmung in den Stadien durch eine Veränderung des Klangs nicht mehr natürlich klingt.

Filter hin oder her - den Spielern auf dem Spielfeld helfen auch die Vuvuzela-Filter nicht. Einige Spieler, wie etwa Cristiano Ronaldo (Portugal) und Lionel Messi (Argentinien) haben sich bereits beklagt, dass nicht die Verständigung auf dem Spielfeld massiv behindert werde, sondern auch die Konzentration der Spieler beeinflusst werde.

Das alles stört Freedie Maake am wenigstens. Der 55-jährige Maake bezeichnet sich als Erfinder der Vuvuzela und will demnächst auch ein Musik-Album mit 18-Vuvuzela-Songs herausbringen.

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