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Fußball-WM 2006: Karten-Lotto der Sponsoren

Die offizielle Karten-Vergabe für die Fußball-WM läuft erst an diesem Dienstag an. Aber die ersten Tickets fürs Finale am 9. Juli 2006 sind schon lange weg: Beim Bundespresseball im November gehörten die beiden Endspiel-Karten, gespendet von der Telekom, zu den Hauptpreisen. Die Verlosung im Ballsaal war nur der Auftakt für ein gigantisches Karten-Lotto, das die 21 offiziellen WM- Sponsoren in den nächsten 16 Monaten rund um den Globus veranstalten werden - mit besonderen Gewinnchancen für deutsche Fans.

Insgesamt haben die Sponsoren vom Weltfußballverband FIFA 555.000 Karten zur Verfügung gestellt bekommen - 18,9 Prozent der 2,93 Millionen verfügbaren Sitzplätze in den 12 deutschen WM-Stadien. Insgesamt sind es 3,37 Millionen Sitzplätze, ein Teil davon ist aber für Medienvertreter, Ehrenkarten und Reserve vorgesehen. Die Sponsoren verwenden einen Teil ihrer Karten für die eigene Belegschaft sowie zur Pflege von Geschäftskunden. Der Großteil der Sponsoren-Karten - zwei Drittel, wie das WM-Organisationskomitee erwartet - soll aber mit Werbe-Aktionen unter das normale Fußballvolk gebracht werden.

Für die Konzerne bedeutet dies eine selten gute Chance, um auf sich aufmerksam machen zu können. Die Nachfrage ist nicht nur in Deutschland riesengroß. "Die Sponsoren können jetzt als Wohltäter auftreten, die Tickets ausschütten", sagt der Marketing-Experte Hartmut Zastrow vom Kölner Institut Sport+Markt. Allerdings besteht auch die Gefahr, dass das Image Schaden nimmt. Heute schon ärgern sich Fan-Clubs und Verbraucherschützer über eine "WM für VIPs und Sponsoren".

Die 15 Top-Sponsoren der FIFA haben jeweils rund 40 Millionen Euro für die Vermarktungsrechte bezahlt. Dafür haben sie Zugriff auf bis zu 28.000 Karten. Aus Deutschland sind in dieser Runde nur der Sport- Konzern Adidas, der Reifenhersteller Continental und die Telekom dabei. Den sechs nationalen Sponsoren von Bahn bis Postbank stehen insgesamt 135.000 Tickets zur Verfügung - macht im Durchschnitt 22.500 für jeden. Über die genauen Zahlen haben FIFA und Konzerne Stillschweigen vereinbart.

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