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Im ersten Halbjahr rote Zahlen

26.11.2007 | 12:14 Uhr |

Wegen neuer Bilanzierungsverfahren und gestiegener Allgemeinkosten ist der Hardwarelieferant und IT-Dienstleister Fujitsu im ersten Geschäftshalbjahr in die roten Zahlen gerutscht.

Im ersten Geschäftshalbjahr (Ende: 30. September 2007) verzeichnete Fujitsu einen Nettoverlust von 85,9 Millionen US-Dollar. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres konnte das japanische Unternehmen noch einen Gewinn von 136,6 Millionen Dollar verbuchen. Der Umsatz stieg um 6,4 Prozent auf 23,1 Milliarden Dollar. Der operative Verlust sank um 13,2 Prozent auf 404,2 Millionen Dollar.

Zu den gestiegenen Allgemeinkosten von rund 4,1 Prozent auf insgesamt 5,4 Milliarden Dollar trug vor allem die Expansionspolitik des Unternehmens bei, die Fujitsu unter anderem in Europa mit seinem IT-Dienstleistungsgeschäft betreibt. Andreas Stiehler, Analyst bei Berlecon, hatte im Zusammenhang mit Veränderungen am Markt der IT-Dienstleister darauf verwiesen, dass "der Kuchen, den es zu verteilen gibt, klein ist und in den kommenden Jahren auch nicht größer werden dürfte". Als Grund dafür gab er an, dass ständig neue Anbieter hinzukämen. Hierzu sei eben Fujitsu Services zu zählen. Die Japaner hatten ihren Expansionsgelüsten in Europa und Deutschland auch durch die Akquisition von TDS Ende 2006 Nachdruck verliehen. Fujitsu wurde allerdings im ersten Halbjahr auch von unerwartet gestiegenen Kosten im Zusammenhang mit der Entwicklung von Netz- und Chip-Techniken überrascht.

Fujitsus größte Geschäftseinheit, Technology Solutions, allerdings konnte den Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um 5,5 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar steigern. Zu dieser Division gehört zum einen das Geschäft mit Enterprise Servern, zum anderen das mit IT-Dienstleistungen.

Der Servicebereich allein konnte eine Umsatzzunahme von 9,2 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar verzeichnen. Verantwortlich für dieses Wachstum war insbesondere das Geschäft mit der Applikations- und Systemintegration, das um 17 Prozent wuchs.

Die Product Solutions Group steigerte den Umsatz um 8,8 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar. Dies ist vor allem den sprunghaft gestiegenen Umsätzen (plus 11,9 Prozent) mit PCs und mit Mobiltelefonen geschuldet. Das Geschäft mit Massenspeichern wuchs indes lediglich um 2,4 Prozent.

Fujitsu hat bei der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen trotz der Verluste in den ersten sechs Monaten für das gesamte Geschäftsjahr 2007 einen Profit von 598 Millionen Dollar prognostiziert. Der operative Gewinn wird nach den Erwartungen der Firmenführung bei 1,8 Milliarden Dollar, der Umsatz bei 49,7 Milliarden Dollar liegen. (jm)

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