Für Elektronik-Bastler

Buch "Arduino in der Praxis" vorgestellt

Donnerstag den 13.12.2012 um 10:46 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Arduino in der Praxis + Original Arduino-Uno-Platine
Vergrößern Arduino in der Praxis + Original Arduino-Uno-Platine
© ELV
Schenken Sie zu Weihnachten doch Bastel- und Programmierspaß. Mit dem Buch "Arduino in der Praxis" inklusive dem dazu passenden Mikrocontroller Arduino Uno.
Arduino ist eine beliebte Experimentierplattform, mit der man eigene Mikrocontroller-Projekte umsetzen kann. Die Hardwarebasis bildet ein Arduino-Mikrocontroller-Board, auf das man die Skripte (Sketches genannt) schiebt, die man zuvor auf dem PC geschrieben hat. Die dafür erforderliche Entwicklungsumgebung gibt es für Windows, MacOS und Linux (bei Ubuntu beispielsweise wird die Arduino-Entwicklungsumgebung ganz bequem zur Installation über die Paketverwaltung zur Verfügung gestellt). Die Sketches schreibt man mit einer vergleichsweise einfachen Programmiersprache namens Processing, die auf C basiert. An das Arduino-Board kann man fast beliebig Hardware anschließen, LEDs, Sensoren, Motoren, Schalter etc. Zudem gibt es für Arduino eine Fülle von Erweiterungsboards.

Wer bereits den ersten Einstieg in die Welt von Arduino vollzogen hat und sich nun mit ambitionierteren Projekten und anspruchsvollen Lösungen für ausgewählte konkrete Fragestellungen beschäftigen will, der liegt mit dem bei ELV erhältlichen „ Arduino in der Praxis + Original Arduino-Uno-Platine “ (59,95 Euro) richtig. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Lehrbuch (das englischsprachige Original wurde von Franzis in die deutsche Sprache übersetzt) und Arduino Uno-Platine (Uno dürfte derzeit die am weitesten verbreitete Variante des Mikrocontrollerboards von Arduino sein). Es handelt sich dabei um eine Original Arduino-Platine und nicht um eine Freeduino-Platine.

Paket aus Buch und Mikrocontroller spart etwas Geld

In dem Buch wird allerdings nicht auf den Arduino Uno Bezug genommen, sondern auf den sehr ähnlichen Arduino Duemilanove ATmega328. Wer bereits Grundwissen zu Arduino besitzt, hat natürlich auch schon eine Arduino-Platine zu Hause rumliegen. Trotzdem macht es Sinn, sich das Buch samt Platine zu kaufen. Denn einzeln kostet das Buch 39,95 Euro Euro, das Paket zusammen 59,95 Euro. Den Arduino-Uno-Mikrocontroller bekommt man in diesem Fall also für schlappe 20 Euro. Einzeln kostet der Arduino Uno aber immer etwas über 20 Euro, wobei dann meist noch Versandkosten dazu kommen. Preiswerter kann man also nicht an eine neue Uno-Platine kommen. Eine zweite Platine kann man zudem immer gebrauchen, wenn das erste Arduino-Board bereits für ein wichtiges Projekt verbaut ist und man zusätzlich noch ein weiteres Projekt umsetzen will.

Grundwissen wird vorausgesetzt

Das Buch „Arduino in der Praxis“ setzt zumindest gewisse Arduino-Grundkenntnisse oder allgemeines Elektronikbastel-Wissen voraus und eignet sich unseres Erachtens nicht für Einsteiger. Zudem setzt der Autor Harold Timmis bei bestimmten Projekten voraus, dass der Leser mit dem Lötkolben umgehen kann.

Das Buch stellt eine Reihe von konkreten Einzelprojekten vor. Zu jedem Experiment wird genau die dafür erforderliche Hardware erläutert. Diese muss man sich im Fachhandel selbst besorgen (genauso wie das USB-Kabel (A-B), mit dem das Arduino-Board mit dem PC verbunden wird. Es handelt sich dabei um ein gängiges USB-Druckerkabel, das Sie vielleicht ohnehin besitzen). Das Buch ist durchgehend sehr anschaulich illustriert und bietet viele Detailfotos, die den daneben stehenden Text perfekt ergänzen.

Neben der Hardwarebeschreibung, den Abbildungen und den Schaltplänen nehmen vor allem die Listings mit dem Processing-Quellcode viel Platz ein. Obwohl es sich um ein Buch für fortgeschrittene Arduino-Benutzer/Bastler handelt, erklärt der Autor die Grundelemente der Programmiersprache Processing. Etwas ärgerlich sind die mitunter auftretenden Tippfehler. So wird zum Beispiel zwei Mal bei einer Switch-case-Struktur ein Semikolon anstelle des eigentlich richtigen Doppelpunktes hinter ein Case + Variablenwert gesetzt. Damit funktioniert die Anweisung aber nicht. Auch im beschreibenden Text fanden wir den einen oder anderen Tippfehler.

Abwechslungsreiche Projektauswahl

Gut gefällt uns, dass der Autor ausgewählte Arduino-Bibliotheken im Detail erklärt. Unter anderem für die Verarbeitung von GPS-Daten und für die Datenausgabe auf LCDs. Diese Bibliotheken verwendet der Autor dann auch gleich für spannende Projekte mit Bewegungsdaten.

Die Projekte selbst sind eine abwechslungsreiche Auswahl, die sich durchaus praxistauglich im Haus verwenden lassen. So bastelt man einen fahrbaren Roboter, der sich selbstständig orientieren kann. Oder man stellt ein Alarmsystem mit SMS-Benachrichtigung für eine Tür auf die Beine. Auch der Haus-Automation ist viel Platz gewidmet. Wer also schon immer mal seine eigenen vier Wände elektronisch überwachen lassen wollte, findet hier den richtigen Einstieg.

Im hinteren Teil des Buches macht der Leser dann noch Bekanntschaft mit Labview, einem professionellen grafischen Programmiersystem. Der bekannte Roboter Lego Mindstorms wird übrigens mit einer grafischen Programmiersprache gesteuert, die auf Labview basiert .

Fazit

Arduino in der Praxis macht Spaß und verspricht einen sehr hohen Lerneffekt. Das Buch ist aber nichts für Arduino-Einsteiger, sondern sollte einem Bastler unter den Weihnachtsbaum gelegt werden, der bereits erste Erfahrungen mit Arduino gesammelt hat, mit dem Lötkolben umgehen kann und bereit ist, sich intensiv und zeitaufwändig mit ausgewählten Experimenten zu beschäftigen. Zur Belohnung für die Mühen gibt es viel Spaß, viel neues Hardware- und Programmierwissen und die Bewunderung der Freunde und Verwandten, die das Ergebnis vorgeführt bekommen.

Alternative: Wenn Sie lieber Mikroprozessoren mit C programmieren, dann ist vielleicht dieses Experimentierpaket für Sie richtig: Franzis Lernpaket AVR-Mikrocontroller in C-Programmierung.

Donnerstag den 13.12.2012 um 10:46 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

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