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Neuer Ubisoft-Kopierschutz startet mit Super-GAU

08.03.2010 | 15:55 Uhr |

Der Spielehersteller Ubisoft hat ein neues DRM-System eingeführt. Prompt gab es zum Start ernste Probleme, viele Gamer konnten "Assassin's Creed 2" nicht genießen.

Der Spielehersteller Ubisoft hat mit der "Online Services Platform" ein neues DRM-System eingeführt, das eine permanente Online-Verbindung erfordert. Dieser Kopierschutz kommt bei der PC-Version von " Assassin's Creed 2 " zum Einsatz und ist dort mit einem Super-GAU gestartet. Denn am ersten Wochenende nach Veröffentlichung des PC-Spiels kam es zu massiven Störungen der Authentifizierungs-Server und entsprechenden Beschwerden von Gamern, die ihren Spielspaß getrübt sahen.

Ubisoft zufolge lag die Störung an einem Angriff auf die DRM-Server und auch der Titel "Silent Hunter 5" war davon betroffen. Der Vorfall werde noch genauer untersucht, weshalb das Unternehmen ihn noch nicht genauer kommentieren könne, so Eugen Knippel, Marketingleiter bei Ubisoft Austria, auf Nachfrage von pressetext.

"Dank" für unmöglichen Spieleinstieg

Bei den Kunden sind jedenfalls die Emotionen hochgegangen. "Ich will euch für das exzellente DRM bei Assassin's Creed 2 danken", so etwa ein zynischer Nutzer in Ubisofts Forum. Generell kam es am Sonntag zu massiven Beschwerden von Gamern, die kaum oder gar nicht in Assassin's Creed 2 einsteigen konnten. Einige User gaben auch an, sie seien aufgrund von verlorenen Bedingungen aus dem laufenden Spiel geworfen worden.

Hintergrund der Probleme ist, dass der Kopierschutz eine Online-Verbindung zu Ubisofts DRM-Servern erfordert. Diese waren am Sonntag offenbar überlastet, wofür Ubisoft aber eine externe Attacke verantwortlich macht. Via Twitter hat das Unternehmen verlautbart, dass lediglich fünf Prozent der User Probleme gehabt hätten und Denial-of-Sevice-Fehler erlebt hätten. Jedenfalls aber haben verärgerte Nutzer als Reaktion auf die Probleme zum Boykott von Spielen mit dem DRM-System aufgerufen.

Wirksam im Antipirateriekampf

Für Ubisofts ist das DRM-System eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen Softwarepiraterie. "Fünf Tage nach Release von Assassins Creed 2 ist noch keine 'gecrackte' Version verfügbar, was die Wirksamkeit dieses Systems unterstreicht", betont Knippel. An sich solle die notwendige Online-Verbindung selbst für Nutzer mit ISDN-Verbindungen tragbar sein, da etwa für 20 Stunden Spielzeit bei Assassin's Creed 2 nur zwei Megabyte an Daten übertragen werden müssten.

Für Kunden stehen dem Nachteil, dass eine stabile Online-Verbindung zu den Ubisoft-Servern erforderlich ist, indes nur mäßig überzeugende Vorteile gegenüber. Dass sich die Original-DVD zum Spielen nicht im Laufwerk befinden muss, galt auch bei jenem umstrittenen Kopierschutz, den Electronic Arts bei Spore genutzt hat. Im Gegensatz dazu erlaubt Ubisoft unbegrenzte Installationen. Der interessanteste Aspekt des neuen DRM-Systems ist aber wohl, dass Spielstände automatisch auch online gespeichert werden.

Jedenfalls bleibt abzuwarten, wie sich der aktuelle Aufschrei um das neue DRM-System für Ubisoft auswirkt. Noch diesen Monat erscheint mit "Die Siedler 7" die aktuelle Fortsetzung eines Ubisoft-Paradetitels, die ebenfalls den Online-Kopierschutz nutzt. Sollten Boykott-Aufrufe fruchten, könnte Die Siedler 7 einen schwachen Verkaufsstart erleben.

(pte)

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