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Wenn Mails für Stress sorgen

09.01.2008 | 16:54 Uhr |

Zu viele Mails bedeuten für ihre Empfänger Stress. Einst galten die elektronischen Nachrichten als eine Revolution in der Kommunikation. Inzwischen hat die Flut der Mitteilungen jedoch bedenkliche Ausmaße angenommen.

In Deutschland suchen viele Unternehmen nach Lösungen, um mit dem Mail-Aufkommen zurecht zu kommen. Beispielsweise lassen die Mitarbeiter der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton an den Wochenenden die Finger vom Blackberry (mobiles Endgerät mit Möglichkeit zur Mail-Bearbeitung).
Vom gesundheitlichen Standpunkt aus betrachtet ist diese Maßnahme sinnvoll, denn eine ständige Erreichbarkeit macht auf Dauer krank. Die Menschen fühlen sich zunehmend gehetzt und gedrängt, immer und sofort verfügbar zu sein.

Mittlerweile ist das Aufkommen von Mails alarmierend groß und stellt eine Belastung für den Berufsalltag dar. Chefs finden pro Tag oft bis zu 300 Mails in ihren Postfächern. Ferner müssen sich Unternehmen mit unerwünschter Werbung (Spam-Mails) herumschlagen. So erhält zum Beispiel der Großkonzern Henkel drei Millionen E-Mails am Tag, davon sind 80 bis 85 Prozent Spam.

Dagegen helfen nur leistungsstarke Filter, auch wenn sie Geld kosten. Unternehmens-Sprecherin Marion Neumann erklärt: "Seit Ende 2003 werden bei uns Spams über einen Spamfilter gefiltert. Die Last auf den Mail-Server war enorm, der operative Betrieb war gefährdet und die Mitarbeiter wurden unzumutbar belästigt." Seit dem Einsatz des Spamfilters habe sich die Lage deutlich verbessert.

In den USA haben einige Firmen einen weiteren Weg zur Entlastung ihrer Mitarbeiter gefunden. Unternehmen wie Intel oder der Mobilfunkanbieter US Cellular bekämpfen die ständig wachsende Nachrichtenschwemme mit einem Freitag ohne Mails ("No-E-Mail-Friday"). Allerdings gilt dies nur für den firmeninternen Austausch mit Kollegen.

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