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Daten unter Kälteschock

09.01.2009 | 15:31 Uhr |

Festplatten in Notebooks und anderen Mobilgeräten sind bei starken Temperaturschwankungen von Kondenswasser bedroht. Schalten Sie das Gerät erst nach einer Aufwärmphase ein, wenn Sie aus der Kälte ins Warme kommen.

Festplatten sind nicht nur gegenüber Schall und Vibrationen empfindlich , auch starke Temperaturschwankungen können gefährlich werden. Das Datenrettungsunternehmen Kroll Ontrack warnt angesichts der aktuellen Kältewelle vor Datenverlusten durch große Temperaturunterschiede, die Festplatten in Mobilgeräten wie etwa Notebooks beschädigen können.

Ein typisches Szenario ist der tägliche Weg zur Arbeit, zur Uni oder zur Schule. Bei den zurzeit herrschenden Außentemperaturen kann ein Notebook recht schnell soweit abkühlen, dass es eine gewisse Zeit benötigt, um sich wieder an die Raumtemperatur anzupassen. Tiefgekühlte Akkus, die weniger Leistung bringen, sind dabei noch das geringere Problem. Eine wirkliche Gefahr besteht für die Festplatte, sofern es sich nicht um eine Solid-State-Disk mit Flash-Speicher handelt (wie bei einigen Netbooks).

Eine Festplatte ist keineswegs luftdicht, wie Edmund Hilt, Geschäftsführer von Kroll Ontrack, betont. Durch extreme Temperaturunterschiede kann sich Kondenswasser auf der Oberfläche der Datenträger bilden.
Das Phänomen kennt jeder Brillenträger: kommt man bei kaltem Wetter von draußen ins Warme, beschlägt die Brille. Das kann auch bei Festplatten passieren - immerhin beträgt der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen derzeit leicht einmal 30 Kelvin (oder °C).

Die winzigen Wassertropfen können einen so genannten Headcrash verursachen. Die empfindlichen Schreib-/Leseköpfe des Laufwerks schlagen auf der Oberfläche der Datenscheiben auf und werden beschädigt - kompletter Datenverlust droht. Der lässt sich vermeiden, wenn Sie Ihr Notebook nicht gleich nach dem Hereinkommen einschalten sondern damit einige Minuten warten, bis sich das Gerät akklimatisiert hat. Gefahr besteht nicht nur bei Notebooks sondern auch bei allen anderen Geräten, die Festplatten enthalten. So etwa bestimmte MP3-Player oder Videokameras sowie mobile (externe) Festplattenlaufwerke.

Datenrettungsunternehmen wie Kroll Ontrack sind auf die Wiederherstellung von Daten nach einem Headcrash spezialisiert. Sie können oft noch in aussichtslos erscheinenden Situationen einen großen Teil der Daten oder sogar alle retten, wie die Top-10-Liste kurioser Datenverluste zeigt.

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