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Bundesinnenminister fordert Ende der Anonymität im Internet

07.08.2011 | 13:57 Uhr |

Als Reaktion auf die Morde in Norwegen fordert Bundesinnenminister Hans-Peter-Friedrich (CSU), die Anonymität für Blogger im Netz aufzuheben.

Bundesinnenminister Hans-Peter-Friedrich hat Stellung zum Massenmord des Anders Behring Breivik in Norwegen bezogen und sucht eine Mitschuld im Internet. So fordert der Politiker, die Anonymität Netz aus Sicherheitsgründen aufzuweichen. Laut Friedrich könnten Blogger im WWW radikale Thesen verbreiten, ohne ihre Identität preisgeben zu müssen. Der Politiker fordert, dass Publizisten künftig mit offenen Karten argumentieren sollen.

Auch der norwegische Attentäter Breivik hatte sich in seinem 1.500 Seiten starken Manifest auf radikale Thesen des anonymen Bloggers Fjordman bezogen. Seit dem Bekanntwerden rückten auch deutsche Blogs mit fragwürdigem Gedankengut in den Fokus von Politik und Medien.

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Friedrich greift mit seiner Forderung die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung unter dem Schutz der Anonymität an – eine der wichtigsten Errungenschaften des Internet. Nach der Auffassung des Bundesinnenministers könnte diese Anonymität jedoch auch für kriminelle Machenschaften missbraucht werden. Sein Feindbild des sozial isolierten, gefährlichen Einzeltäters stelle dabei eine Gefahr für ganz Deutschland dar. Mit welchen Mitteln Friedrich seine Forderungen durchsetzen will, ist allerdings noch unklar.

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