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Computer deutlich gefragter als Bücher

27.03.2010 | 14:49 Uhr |

Was die beliebtesten Freizeitaktivitäten betrifft, hat die Computernutzung im Vorjahr erstmals deutlich das Lesen von Büchern überholt. Insgesamt betrachtet kann das Buch allerdings seinen Stellenwert bei der Mediennutzung halten und liegt derzeit noch klar über dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt die neueste Analyse des Freizeitverhaltens des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT). Besonders interessant ist die überraschende Erkenntnis, dass nicht Männer, sondern Frauen unter 30 Jahren die eigentlichen Computerfreaks sind.

"Obwohl die Computernutzung in den vergangenen paar Jahren einen deutlichen Zuwachs verzeichnet hat, findet das schon lange und oft vorausgesagte Aussterben des Buches nicht statt", fasst Institutsleiter Peter Zellmann die zentralen Untersuchungsergebnisse im Gespräch mit pressetext zusammen. Die gesellschaftliche Entwicklung zeige zwar eindeutig in Richtung neuer Medien und Technologien. "Hier geht es aber nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-als-auch. Computer werden in der Praxis lediglich ergänzend zum Buch genutzt und nicht, um dieses zu ersetzen", erklärt Zellmann.

Während die Hälfte der Österreicher regelmäßig vor dem PC sitzt, lesen 39 Prozent regelmäßig Bücher. Der Jahresvergleich zeigt, dass die Beschäftigung mit dem Computer in der Freizeit stark zugenommen hat. "Bis 2002 waren noch weit weniger Bürger vor dem PC zu finden als hinter Büchern. Erstmals seit 1996 gibt es 2009 deutlich mehr regelmäßige Computernutzer als Leseratten", betont Zellmann.

Als ein ausschlaggebender Faktor für die Art der Freizeitgestaltung lässt sich das Geschlecht der Nutzer ausmachen. "Fast die Hälfte der Frauen liest regelmäßig, aber weniger als ein Drittel der Männer", erläutert der IFT -Leiter. Bei der PC-Nutzung zeigt sich hingegen ein umgekehrtes Bild. Während sich 57 Prozent der Männer regelmäßig mit dem Computer beschäftigen, tun dies nur 43 Prozent der Frauen.

"Das Rollenbild des jungen, männlichen und gebildeten Computernutzers bestätigt sich zwar, die eigentlichen Computerfreaks sind aber junge Frauen unter 30", stellt Zellmann klar. So geben 80 Prozent der 15- bis 29-jährigen Frauen an, regelmäßig Zeit vor dem PC zu verbringen, bei den Männern sind es in der gleichen Altersgruppe nur 74 Prozent. "Die Unterschiede in der Computernutzung von Frauen und Männern steigen aber mit dem Alter", merkt Zellmann an.

Neben Geschlecht und Alter spielt auch der jeweilige Bildungsgrad der User eine entscheidende Rolle. "Sowohl die regelmäßige Nutzung des Computers als auch das regelmäßige Lesen von Büchern ist von der Bildung abhängig. Je höher die abgeschlossene Bildung ist, desto öfter wird gelesen bzw. Zeit vor dem PC verbracht", so Zellmann.

Forschungstelegramm "Computer und Buch: Konkurrenz oder Ergänzung?": pdf-Download

(pte)

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