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Freies Internet erst nach 24 Uhr?

12.12.2000 | 15:48 Uhr |

Das Internet bietet geballtes Wissen in einem weltweiten umspannenden Netz. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stört es jedoch, dass hier und da auch Wissen dabei ist, dass für Jugendliche eher weniger förderlich scheint. Daher kommt jetzt auch der sinnige Vorstoß des Ministeriums, jugendgefährdete Inhalte sollten im Internet nur noch zwischen 24 Uhr und 6 Uhr morgens erreichbar sein.

Das Internet bietet geballtes Wissen in einem weltweiten umspannenden Netz. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stört es jedoch, dass hier und da auch Wissen dabei ist, dass für Jugendliche eher weniger förderlich scheint. Daher kommt jetzt auch der sinnige Vorstoß des Ministeriums, jugendgefährdete Inhalte sollten im Internet nur noch zwischen 24 Uhr und 6 Uhr morgens erreichbar sein.

Wer schon einmal gesurft ist und sich einigermaßen mit der Materie auskennt, der dürfte jetzt zunächst mal mit offenem Mund und schüttelnden Kopf noch mal diese Forderung auf sich einwirken lassen. Aber auch nach dem dritten Durchlesen fragt man sich: Wie soll das funktionieren? Anbieter von Webseiten müssten beispielsweise ihre Seiteninhalte zeitgesteuert anpassen. Nach 24 Uhr dürften dann endlich auch eher für Jugendliche bedenkliche Inhalte gezeigt werden - Verona Feldbusch, Bill Gates oben ohne erst nach 24 Uhr.

Auch wer ein Spiel online spielen möchte muss seinen Lebensrhythmus in die Nacht verlagern. Dass dürfte so manchen Arbeitgeber allerdings eher stören und somit nicht zuletzt auch das Arbeitsmininsterium.

Wie unser Schwestermagazin Gamestar meldet, hat das Ministerium ein Diskussionspapier zur Überarbeitung des Jugendschutzgesetzes vorgelegt, dass für das Internet und den Umgang mit Computerspielen weit reichende Folgen hätte.

Demnach müssten in Zukunft auch die Anbieter von PC-Spielen die von der FSK festgelegte Altersbeschränkung strikt einhalten. Ist also ein Spiel erst ab 16 Jahren zugelassen, dann macht sich strafbar, wer das Spiel unter 16-jährigen zugänglich macht. Im Endeffekt dürften also nur noch Spiele angeboten werden, die ohne Altersbeschränkung versehen sind. (PC-WELT, 12.12.2000, pk)

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