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Freenet: Fusion oder Verkauf

06.07.2006 | 11:36 Uhr |

Mobilcom und Freenet wollen zu einem Unternehmen verschmelzen, um schlagkräftiger zu werden. Festnetztelefon, Internet und Mobilfunk sollen dann aus einer Hand kommen. Doch wenn die Fusion scheitert, droht Freenet der Verkauf, denn der Internet-Dienstleister kämpft mit einem rückläufigen Marktanteil.

Verschmelzen oder verkaufen – vor dieser Wahl steht nach einem Bericht der Financial Times Deutschland der Internet-Dienstleister Freenet .

Eigentlich sollen Mobilcom und Freenet fusionieren, um Kosten einzusparen und gemeinsame Produkte aus einer Hand anbieten zu können. Doch einige Aktionäre haben sich quer gelegt und gegen die Fusion geklagt, das Verfahren läuft derzeit vor dem Landgericht Kiel (die PC-WELT berichtete).

Sollte die Fusion tatsächlich scheitern, so droht Freenet der Verkauf, wie Vorstandschef Eckard Spoerr einräumt (Spoerr steht sowohl Mobilcom als auch Freenet vor).

Denn Freenet steht als Einzelunternehmen unter Druck, wie die FTD berichtet. Der Internet-Dienstleister verliert zunehmend Marktanteile. Zu den Zeiten, als der Internetzugang via Analogmodem noch der Normalfall war, war Freenet die Nummer 2 unter den Internet-Dienstleistern. Jetzt klammert sich das Unternehmen mühsam an den fünften Platz auf dem DSL-Markt. Bei weiterhin sinkender Tendenz, der Druck durch Internetanbieter mit eigener Infrastruktur und Kombiangeboten aus Telefon- und Internetanschluss ist zu groß, wie Marktanalysten meinen.

Am 8. August wird das Kieler Gericht seine Entscheidung treffen. Darauf dürfte es zur Revisionsverhandlung vor dem Oberlandesgericht Schleswig kommen.

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