2189855

#FreeBoehmi: Online-Petition hat über 123.000 Unterstützer

12.04.2016 | 15:04 Uhr |

123.000 User haben die Online-Petition #FreeBoehmi schon unterzeichnet und äußern so ihre Solidarität mit Jan Böhmermann.

Die zur Staatsaffäre mutierte Causa "Jan Böhmermann" lässt auch das Web nicht kalt. An der vor zwei Tagen gestarteten Online-Petition #FreeBoehmi haben sich bereits über 123.000 Nutzer beteiligt (Stand 15:18 Uhr, 12.4.2016). Tendenz stark steigend. "Die verletzten Gefühle eines Herrn Erdogan dürfen keinen Einfluss auf die Pressefreiheit in Deutschland haben", so die Initiatorin der Online-Petition Christine Doering. Die Online-Petition ist an die Bundesregierung gerichtet.

"Die Türkei fordert, dass Jan Böhmermann für sein Erdogan Schmähgedicht strafrechtlich belangt wird. Ich halte dies für unangebracht, auch wenn das Gedicht inhaltlich wirklich übel sein mag, aber im Kontext gesehen eine wichtige Aussage über Satire gemacht hat", heißt es in dem Text zur Online-Petition. Und weiter: "Deswegen fordere ich Freiheit für Böhmermann und eine deutliche Ansage an Erdogan darüber, dass hier Pressefreiheit herrscht, auch wenn man nicht immer mit den Inhalten der Medien übereinstimmt!"

In der Online-Petition wird darauf hingewiesen, dass sich der Spruch "Freiheit für Jan Böhmermann" und der Hashtag "#freeboehmi" auf die Pressefreiheit in Deutschland beziehe und darauf, "dass die Bundesregierung diese gegenüber anderen Regierungen verteidigen" solle.

Binnen 24 Stunden hat sich die Beteiligung an der Online-Petition massiv gesteigert. Nachdem am ersten Tag nur knapp 13.000 Unterzeichner registriert wurden, hat sich die Zahl binnen 24 Stunden massiv gesteigert. Dazu dürften auch die Nachricht von Montagabend gesorgt haben, als bekannt wurde, dass der türkische Präsident Erdogan gegen Jan Böhmermann eine Anzeige wegen Beleidigung eingereicht hat.

Ursprung des Falls ist ein von dem NDR-Magazin "extra 3" am 17. März gesendeter Satire-Beitrag über den türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan, aufgrund dessen der deutsche Botschafter in der Türkei einbestellt wurde.

In Reaktion darauf legte Jan Böhmermann am 31. März in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" auf ZDF neo mit einem "Schmähkritik"-Gedicht nach und gab dabei an, Erdogan erklären zu wollen, welche Art von Satire in Deutschland erlaubt und welche verboten ist. Vor der Verlesung des Gedichts wies Böhmermann dabei ausdrücklich und mehrfach darauf hin, dass der für den türkischen Präsidenten Erdogan beleidigende Inhalt der Schmähkritik in Deutschland verboten und strafbar sei.

Das ZDF löschte den Beitrag einen Tag später aus seiner Mediathek. Am 6. April wurde dann bekannt, dass die Staatsanwaltschaft in Mainz gegen Böhmermann wegen der Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes gemäß Paragraph 103 des Strafgesetzbuches ermittelt, nachdem etwa 20 Strafanzeigen eingegangen waren. Die Bundesregierung erklärte daraufhin, dass sie den Fall prüfe. Am 11. April stellte schließlich Präsident Erdogan zusätzlich einen Strafantrag gegen Böhmermann wegen Beleidigung.

Der deutsche Komiker Didi Hallervorden hatte in Reaktion auf den Fall am Montag ein Musik-Video auf Youtube veröffentlicht. Der Titel: "Erdogan, zeig mich an!". Der Clip wurde bisher über 690.000 Mal angeschaut.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2189855