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Benachteiligung im Job

29.09.2008 | 15:33 Uhr |

Viele Frauen erleben die IT-Branche noch immer als elitären Männerclub. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Australien Computer Society (ACS) unter ihren weiblichen Mitgliedern.

30 Prozent der 628 befragten Frauen glauben, dass sie weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Wesentlich mehr haben das Gefühl, nicht dieselbe Bestätigung im Job und weniger Aufstiegsmöglichkeiten zu bekommen als Männer.

Nach Ansicht von ACS -Geschäftsführerin Kim Denham bereitet vielen Frauen die schnelle Entwicklung in der IT-Branche Probleme. Vor allem der Mutterschutz sei hier noch immer ein Karriereknick, der Frauen aus dem Tritt bringt. So hatte eine Teilnehmerin der Studie noch 15 Jahre nach der familiär bedingten Pause mit den dadurch eingetretenen beruflichen Nachteilen zu kämpfen. Denham sieht hier trotz der Erfolge der vergangenen 20 Jahre noch Handlungsbedarf.

Laut ACS glauben viele Umfrageteilnehmerinnen, dass sich die IT-Industrie zu einer reinen Männerdomäne entwickelt habe, in der Entscheidungen bei einem Glas Bier getroffen werden – und zwar ohne die Kolleginnen. „Es ist sehr deprimierend, dass hochqualifizierte Frauen mit großer Berufserfahrung das Gefühl haben, ihre Arbeit werde im Vergleich zu der von Männern weniger geschätzt", sagt ACS-Vorsitzender Kumar Parakala.

Trotz ihrer hohen Jobqualifikation glauben viele der befragten Frauen, dass sie für dasselbe Gehalt härter arbeiten und bessere Ergebnisse erzielen müssen als ihre männlichen Kollegen. Das Ergebnis überrascht Kim Denham, denn ihrer Einschätzung nach wird in den Unternehmen viel für die Gleichberechtigung am Arbeitsplatz getan. Die ACS-Mitgliedsunternehmen böten zahlreiche Programme an, um gleiche Chancen für Mann und Frau im Job zu fördern.

Ein weiteres wichtiges Thema, das Frauen in IT-Berufen beschäftigt, sind unbezahlte Überstunden und unflexible Arbeitszeiten, die es schwer machen, Beruf und Familie zu vereinbaren. „Bezahlbare Schulungsangebote, Netzwerke für Frauen und Mentoren-Programme haben aber dazu beigetragen, dass Frauen in der IT mehr Unterstützung finden", erklärt Denham. So ermöglichen es soziale Netzwerke wie LinkedIn, dass Frauen miteinander in Kontakt treten und für flexiblere Arbeitszeiten oder Teilzeitjobs eintreten.

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