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Französische Polizei empfiehlt Internet zur Vermissten-Suche

24.05.2013 | 10:23 Uhr |

Die Polizei in Frankreich hilft nur noch in dringenden Fällen nach der Suche nach vermissten Personen. In allen anderen Situationen wird den Familienangehörigen die Nutzung des Internets und Facebook empfohlen.

Auf ihrer Website hatte die französische Regierung zu Wochenanfang angekündigt, dass die französische Polizei keine neuen Suchanfragen für Vermisste mehr annimmt, außer es gibt Anzeichen einer drohenden Gefahr für die vermisste Person. Die neue Regelung gilt nun seit diesem Freitag.

Das französische Innenministerium weist in diesem Brief an die Polizeichefs in dem Zusammenhang darauf hin, dass die Hilfe der Polizei bei der "Suche nach Vermissten im Interesse der Familie" auf eine fast 100 Jahre alte Anweisung aus der Zeit des ersten Weltkriegs basierte, um Familien zu helfen, die während des Krieges auseinander gerissen wurden. In den letzten Jahren seien die Anfragen zurückgegangen und würden am häufigsten dafür genutzt, um Familienmitglieder wegen der Zahlung von Alimenten ausfindig zu machen.

Neue Anfragen zur Suche nach Vermissten sollten daher abgelehnt werden. Stattdessen wird empfohlen, die Angehörigen auf soziale Netzwerke im Internet zu verweisen. In sozialen Netzwerken veröffentlichen Menschen oft Details zu ihrer Stimmung und ihren Gewohnheiten. Diese Hinweise könnten dabei helfen, die Vermissten ausfindig zu machen, wenn man den Kontakt zu ihnen verloren habe.

Die neue Regelung betrifft nicht Fälle, in denen Minderjährige betroffen sind oder wenn der Verdacht besteht, die vermisste Person könnte sich in Gefahr befinden.

Die Stadt Moore (in Oklahoma) hatte kürzlich nach dem verheerenden Tornado eine Facebook-Seite online gestellt , die den Menschen dabei helfen soll, vermisste Familienangehörige zu finden. Erste Erfolge wurden bereits vermeldet.

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