202308

Frankreich legt sich mit DRM an

Mit einem Gesetzesentwurf will Frankreich künftig seinen Bürgern erlauben, digitale Musik trotz DRM-Schutz in andere Formate zu konvertieren.

Das französische Parlament wird am 16. März über einen Gesetzesentwurf abstimmen, der Nutzern von digitaler Musik die Konvertierung in andere Formate erlauben soll. Das gilt insbesondere für Dateien aus Online-Musikshops, die in der Regel DRM-geschützt sind. Entsprechende Programme wären damit legitimiert, auch wenn sie, wie hierzulande verboten, den Kopierschutz aushebeln. Frankreich stellt sich damit gegen eine EU-Richtlinie, die den Mitgliedsländern das Verbot der Umgehung von technischen Schutzmaßnahmen vorschreibt.

Diese Richtlinie hat Frankreich als eines der letzten EU-Länder bisher noch nicht umgesetzt. In Deutschland sind die entsprechenden Gesetze seit 2003 in Kraft. Sollte das Gesetz in Frankreich verabschiedet werden, ist mit einer entsprechenden Überprüfung der EU zu rechnen. Erste Spekulationen rechnen bereits damit, dass die Inhalteanbieter nicht von ihren DRM-System abrücken werden. Online-Musikshops wie beispielsweise iTunes könnten durch einen Lieferstopp förmlich zwangsläufig trockengelegt werden. Insbesondere die Tatsache, dass DRM-freie Musikdateien beliebig verteilt werden können, ist den Anbietern und Verwertungsgesellschaften ein Dorn im Auge.

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