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Porno-Industrie setzt auf Gesichtserkennungs-Software

20.11.2012 | 17:01 Uhr |

Über einen Foto-Upload können Porno-Seiten-Besucher in Datenbanken nach Gesichtern von Bekannten suchen. Datenschützer sehen darin einen Supergau für die Privatsphäre von Internet-Nutzern.

Gesichtserkennungs-Software kommt längst nicht mehr nur in sozialen Netzwerken wie Facebook zum Einsatz. Auch die Porno-Industrie hat derartige Tools für sich entdeckt. Der neueste Trend: In den Porno-Datenbanken nach Gesichtern von Bekannten oder Lieblingsdarstellern suchen. Auf SexFaceFinder.com oder Naughty Amercas Face-Service können Nutzer Fotos von Bekannten und Freunden mit den Porno-Datenbanken der Unternehmen vergleichen.

Die Anbieter bewerben das Feature mit der Möglichkeit, bevorzugte Darsteller oder ähnliche Bett-Akrobaten schneller finden zu können. Die Funktion kann jedoch auch für andere Zwecke genutzt werden. Naughty Americas Dienst ermutigt Nutzer gar dazu Instagram-Fotos von hübschen Mädchen für die Gesichter-Suche zu verwenden oder auf die Suche nach einem Double der Ex-Freundin zu gehen.

Porno-Seiten stehlen freizügige Bilder von Facebook

Datenschützer fürchten nicht nur darum, dass die Suchenden Bekannte tatsächlich in den Porno-Datenbanken finden, sondern auch um die Fotos von Unbeteiligten die für den Upload verwendet werden. Mit dem Upload bei SexFaceFinder.com als auch bei Naughty America erklärt sich der Nutzer einverstanden, dass das entsprechende Foto gespeichert, modifiziert oder gar zu Werbezwecken genutzt werden darf. Ob die ahnungslosen Instagram-Nutzerinnen, zu deren Foto-Verwendung die Porno-Suchmaschinen anspornen, mit dieser Vorgehensweise einverstanden sind, bleibt allerdings zu bezweifeln.

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