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Facebooks Ad-Tracker verfolgt Mitglieder bis in den Laden

24.09.2012 | 18:08 Uhr |

Facebook arbeitet mit dem umstrittenen Daten-Unternehmen Datalogix an einer neuen Ad-Tracker-Funktion. Diese ermöglicht es dem Unternehmen, seine Nutzer bis zum Kauf eines in Werbeanzeigen angepriesenen Artikels zu folgen.

Nachdem Facebook mit der Ankündigung, seine Gesichtserkennungsfunktion in Europa deaktivieren zu wollen, Anerkennung bei den europäischen Datenschützern sammeln konnte, gerät das Social Network heute mit dem so genannten Ad Tracker wieder in die Negativ-Schlagzeilen. Für die Realisierung der neuen Funktion kooperiert Facebook mit dem umstrittenen Daten-Unternehmen Datalogix. Das Ziel: Herausfinden, ob Werbeanzeigen auf Facebook auch tatsächlich zum Kauf der angepriesenen Artikel führen.

Facebook sieht im Ad-Tracker eine neue Möglichkeit, seine Werbekunden zufriedener zu stimmen. Die Tatsache, dass das soziale Netzwerk sehr viel niedrigere Werbeeinnahmen erwirtschaftet als von Branchenexperten vermutet, brachte die Aktie des Unternehmens seit dem Börsengang im Mai auf Talfahrt. Mittlerweile ist ein Firmenanteil weit weniger als die Hälfte wert. Facebook sucht nun fieberhaft nach neuen Einnahmequellen, diese sollen über Werbeanzeigen erschlossen werden.

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Datalogix hat für den neuen Ad-Tracker bereits einen Feldversuch gestartet. Dafür wurden die Daten von 70 Millionen US-amerikanischen Haushalten bei rund 1.000 Händlern über Treuekarten abgefangen. Die gesammelten Informationen wurden schließlich unter anderem über Email-Adressen mit Facebook-Nutzern abgeglichen. Die Profile und deren Kauf-Verhalten werden schließlich an Facebook und dessen Werbekunden weitergeleitet.

Datenschützer sehen dieses Vorgehen sehr kritisch. So sind die übermittelten Daten zwar angeblich anonym, jedoch können Facebook-Nutzer nicht selbst entscheiden, ob sie Teil der Datalogix-Datensammlung sein möchten. Eine Ausschluss ist lediglich sehr umständlich über die offizielle Datalogix-Website möglich. Es bleibt abzuwarten, ob Facebook seinen Ad-Tracker auch weiterhin ohne Einschränkungen nutzen darf.

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