07.09.2012, 15:35

Friedrich Stiemer

Huai'an, China

Studenten werden zum Bau des iPhone 5 gezwungen

Zwingt Foxconn Studenten zur Arbeit, um das iPhone 5 rechtzeitig liefern zu können? ©Foxconn

Wie eine chinesische Tageszeitung berichtet, sollen tausende Studenten vom Apple-Zulieferer Foxconn dazu gezwungen worden sein, die Produktion des kommenden iPhone 5 zu unterstützen. Einige Bildungseinrichtungen haben sogar die Kurse ausgesetzt.
Studenten aus dem chinesischen Huai'an in der Provinz Jiangsu sollen vom Hersteller Foxconn zur Arbeit gezwungen worden sein, um genügend iPhone 5 für Apple liefern zu können. Foxconn soll die Studenten in eine seiner Fabriken gefahren haben, nachdem die vorherige Akquise von zusätzlichen Mitarbeitern nicht zum gewünschten Erfolg führte. Dort sollen sie bei der Produktion des Apple iPhone 5 helfen, um die geforderten Stückzahlen rechtzeitig zum Launch liefern zu können.

Magerer Lohn für sechs Tage in der Woche

Eine Studentin des Huaiyin Institute of Technology teilte mit, dass rund 200 ihrer Kommilitonen von der Einrichtung hin zur nächsten Fabrik gebracht wurden, um sechs Tage in der Woche für 12 Stunden am Tag zu arbeiten. Der Monatslohn beläuft sich dabei auf magere 1.550 Yuan, also knapp 193 Euro. Hinzu kommt noch, dass Foxconn von diesem Lohn noch einmal mehrere hundert Yuan Abzüge für die Verpflegung und Unterbringung abzieht, so die Nutzerin "mengniuIQ84" in einem Online-Forum. Außerdem sollen mindestens fünf andere Studenten die Aussagen der Kommilitonin stützen.
Angeblich fehlten Foxconn über 10.000 Arbeitskräfte, weshalb sich der Hersteller der Studenten bediente. Wie es weiter heißt, sollen sogar Regierungsstellen die Bildungseinrichtungen aufgefordert haben, Studenten in die Fabriken zu schicken. Dabei wurden weder die Eltern der Studenten unterrichtet noch Verträge mit ihnen unterzeichnet. Zwei Studenten wurden sogar bestraft, weil sie versucht hatten, die Fabrik unerlaubt zu verlassen.

Die Angst vor Rache

Yu Fangqiang, Geschäftsführer einer Nicht-Regierungs-Organisation in Nanjing, die sich auf die politische Interessenvertretung in Bezug auf soziale Fragen spezialisiert hat, sagte, er wolle den Schülern helfen rechtliche Schritte gegen ihren Schulen einzuleiten. Doch viele verweigerten diese Hilfe, weil sie Angst vor schlechten Noten haben, sollten sie die Umstände zur Anzeige bringen.
Wie das China National Radio berichtet, haben einige Lehrer sogar ihre Kurse für ein bis zwei Monate ausgesetzt, damit die Schüler "Arbeitsbedingungen kennenlernen und ihre individuellen Fähigkeiten fördern" können. Solche Programme gibt es nach Angaben des Huai'an Education Bureau auch, jedoch finden diese üblicherweise in den Semesterferien statt. Die Behörde wusste aber nicht, dass aktuell Studenten in den Fabriken arbeiten.
Apple stellt am 12. September 2012 vermutlich das iPhone 5 vor, weshalb eine Verfügbarkeit von hoher Dringlichkeit ist. Einen Kommentar des Konzerns gibt es dazu nicht.
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