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Foxconn kauft Sharp für 6,2 Mrd. US-Dollar

25.02.2016 | 13:42 Uhr |

Foxconn darf den japanischen Elektronikkonzern Sharp für umgerechnet 6,24 Milliarden US-Dollar übernehmen.

Der taiwanische Großkonzern Hon Hai Precision Industry, auch bekannt als Foxconn, darf den Elektronikkonzern Sharp übernehmen. Dem Kaufangebot in Höhe von umgerechnet 6,24 Milliarden US-Dollar stimmten sowohl der Sharp-Verwaltungsrat als auch die Großaktionäre in dieser Woche zu .

Foxconn konnte sich mit seinem Angebot gegen Innovation Network Corp. of Japan durchsetzen. Der Konzern hatte ebenfalls Interesse an Sharp. Mit dem Zuschlag für Foxconn setzt sich die Sharp-Führung zudem über die eigene Prämisse, das Unternehmen nicht an eine ausländische Führung abzugeben, hinweg.

Im Gegensatz zu Innovation Network Corp. of Japan besitzt Foxconn keine Erfahrung in der Display-Fertigung. Mit der Übernahme von Sharp wolle der Konzern jedoch zum führenden Hersteller für hochwertige Smartphone-Displays aufsteigen, berichtet das Wall Street Journal .

Foxconn agiert hauptsächlich als Auftragsfertiger. Der Konzern baut unter anderem Geräte für Apple, Amazon, Nintendo, Sony, Cisco, Dell und Huawei. Sharp fertigt Displays für Apples iPhone. Würde Foxconn diese Bauteile selbst liefern, stünde das Unternehmen in harter Konkurrenz zu LG und Japan Display. Bei diesen beiden Herstellern kauft Apple auch Displays ein.

Was in Fernseher, Notebook, Tablet steckt

Samsung produziert ebenfalls Displays für mobile Endgeräte. Besonders auf OLED-Bildschirme hat sich der Konzern inzwischen spezialisiert. Marktforscher vermuten, dass Apple ab 2017 oder 2018 ebenfalls auf OLED in seinen Smartphones setzen wird. Um sich dabei nicht zu abhängig von Samsung zu machen, könnte der US-Konzern auch auf Sharp zurückgreifen.

Foxconn ist bereits seit einigen Jahren an Sharp interessiert. 2012 wollte der Auftragsfertiger einen 10-prozentigen Anteil übernehmen, 2015 folgte ein Übernahme-Angebot für Sharps LCD-Sparte.

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