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Undercover-Journalist berichtet aus iPhone-5-Fabrik

12.09.2012 | 16:25 Uhr |

Unter welchen Bedingungen für die Arbeiter wird das neue iPhone 5 produziert? Ein Journalist aus China schleicht sich undercover in eine Fabrik ein.

Die Shanghai Evening Post hat einen Journalisten undercover als Arbeiter in eine Foxconn-Fabrik geschickt, die das iPhone 5 produziert, berichtet micgadget.com . Dort soll er 10 Tage lang gearbeitet haben; wegen der schlechten Bedingungen habe er vorzeitig abbrechen müssen. Die ersten sieben Tage seien nur Training für die Produktion gewesen, berichtet er.

Am Eingang der Fabrik auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch habe ihm ein Wächter angeboten, dass er ihn für 100 bis 200 Yuan (etwa 15 Euro) schneller in die Fabrik zum Arbeiten bringen könne. Der Journalist ignoriert das Angebot laut micgadget.com. Wichtig sei Foxconn vor allem gewesen, dass er die chinesische Staatsbürgerschaft hat und gesund sei. Er wird eingestellt.

Die erste Nacht beschreibt der Journalist als Alptraum. Die Schlafsäle sollen nach Abfall stinken, im Kleiderschrank seien Kakerlaken gewesen. Die Bettwäsche sei dreckig und voller Asche gewesen. Beim Frühstück soll ein Arbeiter herumgeschrien und sich über das schlechte Essen beschwert haben. Das Training beschreibt der Journalist als hart. Danach habe er Fieber und Kopfschmerzen gehabt und die Krankenstation aufgesucht. Dort habe es nur einen Arzt für 4 bis 5 Patienten gleichzeitig gegeben. Kritisiert werden auch die Freizeiteinrichtungen: Zwei Drittel der Arkade-Maschinen seien kaputt und das Kino zeige keine Filme. Die Partys am Wochenende scheinen bei den Arbeitern jedoch Anklang zu finden – auch wenn nirgendwo auf dem Gelände Bier verkauft werden soll.

Bei seinem ersten Arbeitstag muss der Undercover-Journalist einen Metalldetektor durchqueren. Wer Alarm auslöst – etwa wegen eines Ohrrings – wird angeblich direkt gefeuert. Auch sonst soll es sehr streng zugehen: Die Arbeiter sollen nur noch das tun, was ihnen gesagt wird. Etwa alle drei Sekunden kommt ein iPhone-Teil an dem Journalisten vorbei, auf dem er an vier Stellen Punkte markieren muss. Nach einigen Stunden habe er Nackenschmerzen und Schmerzen im Arm bekommen. Weil sein Nachbar erschöpft aufgibt, muss er sich zur Strafe für 10 Minuten in eine Ecke stellen. Als seine Schicht zu Ende ist, berichtet der Journalist, habe ein Aufpasser geschrien, dass sie weiter arbeiten sollen. Schließlich seien sie zum Geld-Verdienen da. Für zwei Überstunden gebe es jedoch nur 3,31 Euro, erklärt der Journalist.

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