23.05.2011, 13:39

Panagiotis Kolokythas

Foxconn

Drei Tote bei Explosion in iPad-2-Fabrik

Ende letzter Woche sind bei einer Explosion in einer chinesischen Fabrik, in der iPads gefertigt werden, zwei Menschen ums Leben gekommen.

In einer Fabrik des chinesischen Vertragsherstellers Foxconn ist es am vergangenen Freitag zu einer Explosion gekommen. Laut Medienberichten sollen bei dieser Explosion drei Menschen ums Leben gekommen sein. 16 weitere Menschen wurden bei dem Unfall verletzt, drei davon wurden schwer verletzt. Die Explosion erfolgte in einem Firmengebäude, in dem das iPad 2 hergestellt wird. Foxconn fertigt zahlreiche Produkte für namhafte westliche Hersteller, wie beispielsweise Apple und Dell.
Auf Youtube wurde ein Clip veröffentlicht , der kurz nach der Explosion des Foxconn-Werkes in Chengdu (Südwesten Chinas) gedreht wurde. Im Video sind flüchtende Mitarbeiter zu sehen und schwarzer, dichter Rauch, der über den Gebäuden liegt.
Die Ursache der Explosion wird noch untersucht. Ein anonymer Mitarbeiter teilte einer chinesischen Zeitung mit, bei der Explosion habe es sich wahrscheinlich um eine Staubexplosion gehandelt. Foxconn hat die Produktion in dem Werk gestoppt, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind.
In der Vergangenheit war das Unternehmen aufgrund der dort herrschenden Arbeitsverhältnisse und der vermehrten Selbstmorde unter den Mitarbeitern immer wieder in den Fokus gerückt. Foxconn hatte versprochen, die Gehälter der Mitarbeiter anheben zu wollen.
Am Wochenende wurde ein Bericht (PDF ) bekannt, den eine Gruppe aus Hongkong am 6. Mai über die Arbeitsbedingungen bei Foxconn geschrieben hatten. Die von Studenten gegründete Nonprofit-Gruppe SACOM (Students and Scholars Against Corporate Misbehavior) weist auf Missstände in Unternehmen hin. In dem Bericht hatte die Gruppe darauf hingewiesen, dass Mitarbeiter des Foxconn-Werkes in Chengdu zu vielen Überstunden gezwungen werden und sowohl ihre Gesundheit als auch ihre Sicherheit gefährdet sei. Konkret wurde bemängelt, dass es in einigen Bereichen des Werks zu viel Staub gäbe. Die Mitarbeiter hätten vor unter Aluminium-Staub zu leiden, der die Hände auch dann bedecke, wenn sie Handschuhe tragen. Foxconn hatte seinerzeit auf den SACOM-Bericht mit dem Hinweis reagiert, dass der Bericht nicht akkurat das Unternehmen repräsentiere.
Apple hat öffentlich verlauten lassen, dass man gemeinsam mit Foxconn eng zusammenarbeite, um die Ursache für die Explosion zu ermitteln. "Wir sind tief betroffen von der Tragödie (..) und unsere Herzen sind bei den Opfern und deren Familien", ließ Apple mitteilen.
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