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Kinderarbeit bei der Produktion von Nintendos Wii U?

26.10.2012 | 05:16 Uhr |

Wie Nintendo heute bestätigt, waren Minderjährige an der Produktion von Spielkonsolen beim chinesischen Zulieferer Foxconn beteiligt.

 In der vergangenen Woche wurde beim chinesischen Zulieferer Foxconn ein weiterer Skandal aufgedeckt. Nachdem das Unternehmen in den vergangenen Monaten durch katastrophale Arbeitsbedingungen in die Schlagzeilen geraten war, beschäftigte Foxconn nun 14-jährige Schüler in den Produktionsabläufen für Unternehmen wie Apple, Samsung, Sony, Microsoft und Nintendo.

Der japanische Konsolen- und Spiele-Hersteller, der mit seinen Produkten vor allem auf Kinder und Familien abzielt, ordnete umgehend eine Untersuchung an und gab heute erste Ergebnisse bekannt. Wie Charlie Scibetta, Senior Director of Dorporate Communications, gegenüber dem Szene-Magazin Kotaku bestätigte, seien tatsächlich Minderjährige an der Herstellung unterschiedlicher Nintendo-Produkte beteiligt gewesen. Ob davon auch die neue Wii-U-Konsole betroffen ist, lässt sich noch nicht eindeutig sagen. Laut Kotaku passe der Produktionsplan für die Hardware jedoch genau in den Zeitraum, in dem die Kinder-Arbeiter bei Foxconn beschäftigt gewesen sein sollen.

Skandalfirma Foxconn im Portrait

Foxconn habe damit gegen Nintendos Social Responsibility Richtlinien verstoßen. Nintendo nehme den Vorfall sehr ernst und werde auch weiterhin Untersuchung in den Foxconn-Fabriken vornehmen. Foxconn habe die volle Verantwortung übernommen und alle minderjährigen Arbeiter aus seinen Produktionsstätten entfernt. Das Unternehmen wolle in Zukunft verstärkt auf die Einhaltung der Nintendo-Richtlinien achten. Zu den katastrophalen Arbeitsbedingungen für Erwachsene, die in der Vergangenheit mehrere Foxconn-Mitarbeiter in den Selbstmord getrieben hatten, äußerte sich Nintendo hingegen nicht.

Die angeblich illegal beschäftigten Kinder wurden in der vergangenen Woche in einer Foxconn-Fabrik in der chinesischen Küstenstadt Yantai entdeckt. Sie waren den Angaben zufolge deutlich jünger als 16 Jahre und verstießen damit gegen das gesetzliche Mindestalter. Foxconn habe die Fließband-Arbeiter laut eigenen Aussagen zurück an ihre Schulen verfrachtet und sich bei ihnen entschuldigt.

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