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Apple untersucht Selbstmorde bei iPhone-Hersteller

26.05.2010 | 13:42 Uhr |

Apple hat eine Untersuchung der Selbstmord-Serie beim chinesischen Unternehmen Foxconn angekündigt, das unter anderem das iPhone herstellt.

In dieser Woche hatte sich bei Foxconn ein 19jähriger Mitarbeiter in den Tod gestürzt. Es soll sich dabei um den neunten Mitarbeiter des Unternehmens handeln, der in diesem Jahr Selbstmord begangen hat. Apple lässt bei Foxconn in China viele Geräte, darunter das iPhone, herstellen.

Apple hat angesichts der Selbstmord-Serie angekündigt, Maßnahmen ergreifen zu wollen, die dabei helfen sollen zu verhindern, dass weitere Foxconn-Mitarbeiter Selbstmord begehen. Eine Apple-Sprecherin erklärte laut US-Medienberichten: "Wir sind traurig und erschüttert über die jüngsten Selbstmorde bei Foxconn." Sie fügte hinzu, dass Apple sich verpflichte dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen bei allen Herstellern sicher sind und die Arbeiter mit Respekt und Würde behandelt werden. Apple befände sich im direkten Kontakt mit der Unternehmensleitung von Foxconn und begleite die Maßnahmen, die getroffen werden, in Reaktion auf die tragischen Ereignisse.

Foxconn beschäftigt über 300.000 Mitarbeiter und hat seine Produktionsgebäude in Shenzhen im Süden von China. Zu den Auftraggebern gehören neben Apple auch Unternehmen wie Dell und Nokia. Sowohl Dell als auch Nokia haben ihre Besorgnis über die Ereignisse geäußert und ebenfalls eine Untersuchung angekündigt.

Der 19jährige Mitarbeiter, der sich am Dienstag das Leben nahm, soll erst rund 40 Tage bei dem Unternehmen beschäftigt gewesen sein. Erst kurz zuvor hatte sich ein anderer Mitarbeiter selbst umgebracht. Im vergangenen Juli hatte sich ein Mitarbeiter das Leben genommen, nachdem ihm vorgeworfen worden war, er habe einen iPhone-Prototypen entwendet.

Die Selbstmord-Serie hat für eine Diskussion über die Arbeitsbedingungen bei dem chinesischen Unternehmen gesorgt. Das nun hohe Medieninteresse hat die Foxconn-Führung am Mittwoch dazu veranlasst, die Tore des Unternehmens für Journalisten zu öffnen.

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