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Gigabit-Heimnetz mit Funk und PowerLAN

23.01.2008 | 14:05 Uhr |

Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts OMEGA haben sich 20 Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammen geschlossen, um ein anwenderfreundliches Gigabit-Heimnetzwerk zu entwickeln.

"Hauptanspruch an die Technologie ist, dass sie für den User im Verborgenen arbeiten soll", berichtet Milon Gupta, Sprecher des Telekom-Forschungsinstituts Eurescom , im Gespräch mit pressetext. Dabei setzen die Forscher einerseits auf drahtlose Datenkommunikation als auch auf die Nutzung vorhandener Infrastruktur im Haushalt - wie das Stromnetz. Heimnetze leiden gegenwärtig darunter, dass die drahtlose Übertragungsrate vieler Geräte auf 54 Megabit pro Sekunde beschränkt oder eine aufwändige Verkabelung erforderlich ist, um höhere Übertragungsraten zu erzielen, so die Forscher. Aktuelle Heimnetze drohen daher zu einem Engpass zu werden, wenn sie durch optische High-Speed-Webzugänge gespeist werden, die sowohl zum Hoch- wie auch zum Herunterladen 100 Mbit/s oder mehr bieten. OMEGA soll hierfür in den kommenden drei Jahren eine Lösung erarbeiten. "Wir planen bis 2010 einen Demonstrator zu entwickeln und die Forschungsergebnisse sowie die Technologie präsentieren zu können", so Gupta.

Herzstück des Systems ist ein Technologie-unabhängiges Protokoll für den Zugang zum Übertragungsmedium, dem "Media Access Control Layer". Diese Netzebene ermöglicht Dienste und Verbindungen zu einer beliebigen Zahl von Geräten in jedem Raum des Hauses. Dazu soll ein Backbone geschaffen werden, der sowohl auf Funk als auch auf die Datenübertragung über das Stromnetz baut und somit ein Basisnetz für die Kommunikation mit hohen Bandbreiten darstellt. Durch die Nutzung der vorhandenen Stromkabel wird eine aufwendige Neuverkabelung vermieden.

"Das System sorgt zudem dafür, dass sich der Anwender frei in einem Haus bewegen kann und die Verbindungsqualität sowie die Geschwindigkeit konstant hoch bleiben", so Gupta. "Wir wollen mit dem System nicht nur das Wohnzimmer abdecken, sondern den gesamten Haushalt einschließlich des Gartens." Der Ansatz soll sich außerdem problemlos auf Büros übertragen lassen. "Informationsbeschaffung sowie Dienste für Beruf und Unterhaltung über das Heimnetz werden zu einem Gebrauchsgut, das so selbstverständlich ist wie zum Beispiel Strom, Wasser oder Gas", so OMEGA-Projekt-Koordinator Jean-Philippe Javaudin von Orange Labs, France Telecom. Als Ergänzung zur nächsten Generation von Breitband-Zugangsnetzen wird das Gigabit-Heimnetz neuartige Dienste in Bereichen wie Gesundheitspflege, Kommunikation und Unterhaltung für die User ermöglichen. (pte)

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