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Forscher bauen Weltraum-Aufzüge als Ersatz für Raketen

14.09.2016 | 15:22 Uhr |

In Garching werden in dieser Woche Aufzüge in den Weltraum getestet. Noch reichen diese jedoch nur 100 Meter hoch.

Bislang müssen zum Transport von Menschen, Material und Satelliten ins All teure Raketen herhalten. Forscher aus Deutschland und Japan wollen in Garching bei München daher eine Alternative entwickeln. Im Rahmen der EuropeanSpace Elevator Challenge stellen sechs Teams ihre Vorschläge für einen Weltraum-Aufzug vor.

Dazu wurde ein Ballon in 100 Metern Höhe mit einem Seil über dem Uni-Gelände befestigt. An der Leine fahren Aufzüge mit einer Nutzlast von drei Kilogramm nach oben. Ob sich dieses System auch auf ein über 30.000 Kilometer langes Seil anwenden lässt, bleibt offen. Vielmehr stünde im Fokus, dass die jungen Wissenschaftler und Studenten ihre erlernten Fähigkeiten aus den Bereichen Physik und Informatik auch anwenden können.

In der Theorie seien Weltraum-Aufzüge gut möglich. Würde sich das andere Ende des Seils in etwa 36.000 Kilometern Höhe befinden, so würden sich Schwer- und Fliehkraft aufheben. Eine Raumstation am Ende des Seils würde stabil im All über einem Punkt auf der Erde schweben. Noch fehlt den Forschern jedoch ein passendes Material für derart lange Seile. Stahl würde als Werkstoff ausscheiden. Ein möglicher Ausweg ist Graphen, eine Kohlenstoffverbindung mit wabenförmigen Muster.

Ungeklärt bleibt zudem die Frage nach der Geschwindigkeit der am Seil laufenden Kapsel. Selbst bei einem Tempo von 600 Stundenkilometern würde die Fahrt mehrere Tage dauern. Angespornt werden die Planer von den hohen Kosten eines Raumtransports. Aktuell kostet ein Kilogramm Nutzlast umgerechnet knapp 18.000 Euro. Ein Weltraum-Fahrstuhl könnte hier Kosten drücken.

Erstmals kam die Idee eines Weltraum-Fahrstuhls im Jahr 1885 auf. Der russische Raumfahrtpionier Konstantin Ziolkowski wollte einen Turm in den Weltraum bauen. Ende der 1950er Jahre stellte der russische Ingenieur Juri Arzutanow Überlegungen über ein in den Weltraum gespanntes Seil an.

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