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Forscher: Gaming erhöht Alzheimer-Risiko

20.05.2015 | 10:55 Uhr |

Ein Forscher behauptet in einer Studie, dass Video-Spieler ein erhöhtes Alzheimer-Risiko haben. Experten kritisieren die Studie.

Aufgrund einer Studie wollen einige Forscher der Universität von Montreal herausgefunden haben, dass die Nutzung von Videospielen zu einem erhöhten Risiko führe, an Alzheimer oder anderen mentalen Erkrankungen zu erkranken. Das Zocken, so die Forscher, führe zu einer erhöhten Nutzung des Gehirnbereichs Nucleus caudatus, was wiederum zu einem verstärkten Verlust von grauer Substanz, einer wesentlichen Komponente des Zentralnervensystems, im Hippocampus führe. Das wiederum erhöhe das Risiko an Alzheimer zu erkranken, wie andere Studien ergeben haben sollen.

Im Nucleaus caudatus sitzt das Belohnungssystem des Gehirns und es ist auch ein Bereich, der bei Drogen- und Alkoholsucht beeinträchtigt wird.

An der Studie nahmen 26 Gamer und 33 Nicht-Gamer teil. Bei ihnen wurden die Gehirnaktivitäten aufgezeichnet, während sie in einem virtuellen Labyrinth nach einem Ausgang suchen mussten. Laut den Forschern nutzte die Gamer-Gruppe mit knapp über 80 Prozent zur Navigation den Nucleus caudatus doppelt so häufig als die Gruppe der Nicht-Gamer, die für die Lösung des Problems eher das räumliche Gedächtnis und damit den Hippocampus nutzten.

Laut den Forschern zeige die Studie, dass die Gamer - wie seit Jahrzehnten auch von der Wissenschaft behauptet - effizientere visuelle Aufmerksamkeitsfähigkeiten haben. Allerdings zeige die Studie aber auch, dass die Spieler für ihre Navigationsstrategie viel mehr den Nucleus Caudatus verwenden als andere Menschen.

Experten halten nichts von der Studie

Gegenüber der britischen Zeitung The Independent gab der Alzheimer-Experte Tim Parry aber auch Entwarnung. Die Risikofaktoren für Alzheimer, so Parry, seien vielfältig und komplex. "Diese Studie fügt nicht Call of Duty oder Grand Theft Auto auf diese Liste", sagte Parry. Diese Studie habe sich nur auf spezifische Navigationsaufgaben bei jungen Menschen fokussiert und nicht darauf, welche Langzeit-Auswirkungen es auf das Gedächtnis gebe.

Andere werfen den Machern der Studie Ungenauigkeit vor. So sei bei den Probanden nicht die Aktivität des Nucleus Caudatus gemessen worden, sondern man habe einfach nur ein Verhalten bei ihnen beobachtet, das angeblich - oder zumindest laut anderen Studien - mit dem Nucleus Caudatus zusammenhängen soll. Dadurch komme die Studie zum einem falschen Ergebnis.

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