02.04.2012, 13:49

Panagiotis Kolokythas

Forderung

Streit um die Zukunft der legalen Megaupload-Dateien

Megaupload-Gründer Kim Dotcom Schmitz (ganz rechts)

Die Aktivisten der EFF setzen sich dafür ein, dass die beim geschlossenen Online-Dienst Megaupload abgelegten legalen Daten möglichst schnell ihren Besitzern zurückgegeben werden.
Seit der Schließung des Filehosters Megaupload am 19. Januar sind nicht nur viele illegale Dateien nicht mehr verfügbar, sondern auch die Anwender, die persönliche Dateien hoch geladen haben, gelangen nicht mehr an ihre Daten. Die Aktivisten der Bürgerrechtsorganisation EFF (The Electronic Frontier Foundation) haben in einem Brief an das zuständige US-Gericht eine schnelle Lösung für dieses Problem gefordert. Anwendern, die Megaupload zum Hochladen von Dateien verwendet hätten, an denen sie die Urheberrechte besitzen, sollten so schnell wie möglich wieder an ihre Dateien gelangen dürfen. Die EFF hat den Brief im Namen von Kyle Goodwin verfasst. Der Sport-Reporter aus Ohio hatte Megaupload dafür verwendet, um seine selbst gedrehten Sport-Videos dort abzulegen.
In dem EFF-Schreiben heißt es: "Es ist eine Sache, rechtliche Schritte gegen einen Urheberrechtsverletzer durchzuführen. Es ist aber eine andere Sache, dies auf Kosten von unschuldigen dritten Parteien zu tun, ohne auch nur zu versuchen, die Kollateralschäden zu vermeiden." Goodwin habe Megaupload als Backup-Lösung genutzt, um die von ihm erstellten Sport-Videos abzulegen. Nachdem seine Festplatte defekt sei, habe er nun keine Möglichkeit mehr, die Videos von Megaupload wieder herunterzuladen.
Auch der Hosting-Dienst Carpathia Hosting, auf deren Server die meisten Dateien abgelegt wurden, die bei Megaupload hoch geladen wurden, darf aus rechtlichen Gründen dem Sport-Reporter nicht helfen. Carpathia Hosting hatte bereits vor einiger Zeit das zuständige Gericht dazu aufgefordert, endlich eine Entscheidung zu treffen, was mit den Megaupload-Dateien geschehen soll. Immerhin würden die rund 28 Petabyte an Daten Kosten in Höhe von 9000 US-Dollar pro Tag verursachen. Das Gericht solle schnell entscheiden, ob die Daten gelöscht werden sollen oder eine Partei benennen, die für die Kosten aufkommen soll.
Die Vertreter von Megaupload wollen dagegen, dass die Daten solange erhalten bleiben, bis der Fall endgültig entschieden ist. Allerdings sind alle finanziellen Mittel von Megaupload gesperrt, so dass keine Bezahlung an Carpathia Hosting veranlasst werden kann. Die Filmstudio-Lobby, die von der Motion Picture Association of America (MPAA) vertreten wird, fordert aktuell ebenfalls, dass die Daten nicht gelöscht werden dürfen. Sie benötigt die Daten, um später eventuell Zivilklagen gegen User einzureichen, die urheberrechtlich geschützte Inhalte über Megaupload verbreiteten.
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