132986

Florida: Mann wegen Einbruch in WLAN verhaftet

08.07.2005 | 11:41 Uhr |

In Florida landete ein Mann im Gefängnis, weil er sich in ein fremdes WLAN einklinkte. Der Mann wurde dabei auf frischer Tat ertappt.

Das Eindringen in ein ungesichertes WLAN wurde einem Mann in Florida zum Verhängnis. Nachdem er von der Polizei auf frischer Tat ertappt wurde, landete der 40-jährige Benjamin S. erst einmal im Gefängnis und wurde angeklagt.

Der Vorfall ereignete sich bereits am 21. April diesen Jahres, wurde aber erst jetzt bekannt. Für Montag ist eine erste Anhörung in der Sache angesetzt, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit. Der Mann wurde in der Zwischenzeit wieder freigleassen.

Der Besitzer des WLAN, Richard Dinon, beobachtete Benjamin S. wie er in seinem Auto vor dem Haus Dinons parkte und mit einem Notebook hantierte, sagt George Kajtsa, Pressesprecher der örtlichen Polizei. "Was ihn misstrauisch machte war, dass der Mann, immer wenn er (Dinon, Anm. d. Red.) zum Auto sah, sein Notebook zusammenklappte", so Kajtsa. Daraufhin verständigte Dinon die Polizei, die Benjamin S. in seinem Wagen ansprach. Dieser gab den WLAN-Einbruch schließlich zu und wurde verhaftet. Der PC wurde als mögliches Beweismittel sichergestellt.

Dinon befürchtete, dass Benjamin S. etwas Illegales anstellt, so Kajtsa. "Worüber er sich Sorgen machte war nicht so sehr, dass der Mann Zugriff auf sein Netzwerk hatte, sondern vielmehr darüber, auf was er darüber zugriff", so Kajtsa. Dinon befürchtete dabei, dass er für Dinge wie (Kinder-)Pornografie verantwortlich gemacht werden könnte, wenn der Mann derartige Inhalte über sein Netz aufgerufen hätte.

Das Gesetz nachdem Benjamin S. angeklagt wurde, verbietet in Florida den absichtlichen unautorisierten Zugriff auf einen Computer oder ein Netzwerk. Laut Kajtsa ist dies der erste Fall in St. Petersburg, Florida, in dem eine Person wegen des Zugriffs auf ein fremdes WLAN verhaftet und angeklagt wurde. Welche Strafe er zu erwarten hat, ist nicht bekannt.

Ken Dulaney, Analyst bei Gartner, zeigt allerdings wenig Sympathie für Anwender wie Dinon. "Er hätte sein WLAN-System absichern sollen. Es ist nicht seine (die des Angeklagten, Anm. d. Red.) Schuld, dass er es offen gelassen hat", so Dulaney. Und weiter: "Hat die Polizei nichts besseres zu tun?". Schätzungen des Analysten zufolge sind die Hälfte aller WLAN offen wie Scheunentore.

0 Kommentare zu diesem Artikel
132986