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Flickr: Zensur für deutsche Nutzer

14.06.2007 | 16:27 Uhr |

In diversen Foren laufen deutsche Flickr-Nutzer momentan Amok: Grund ist ein neues Filtersystem, das mit der Einführung lokalisierter Versionen von Flickr integriert wurde. Nun können deutsche Anwender, die sich mit einer deutschen Yahoo-ID bei Flickr.de anmelden, keine als "mittel" oder "bedenklich" eingestuften Bilder mehr sehen. Neben Deutschland sind auch Anwender aus Singapur, Korea und Hongkong betroffen.

Anwender, die Bilder beim Online-Fotodienst Flickr einstellen, müssen diese seit einiger Zeit einstufen. Dabei stellt Flickr drei Kategorien zur Wahl: "unbedenklich", "mittel" und "eingeschränkt". In letztere Kategorie fallen unter anderem auch Aufnahmen, die durchaus etwas freizügiger sind. Mit der Einführung der Landesversionen von Flickr erlebten deutsche Anwender allerdings eine Überraschung - sie dürfen nur noch Bilder sehen, die als "unbedenklich" eingestuft wurden. Der Sturm der Entrüstung ließ somit nicht lange auf sich warten. Derzeit läuft eine Protestwelle, bei der deutsche Nutzer massenhaft Antizensur-Fotos auf den Dienst laden.

Weshalb sich Yahoo , der Eigentümer von Flickr, zu dieser rigiden Maßnahme entschlossen hat, ist nicht bekannt - sobald uns eine Stellungnahme des Unternehmens erreicht hat, werden wir Sie darüber informieren.

Grundsätzlich lässt sich die Zensurmaßnahme derzeit am einfachsten mit einem US-Account bei Flickr umgehen. Wer sich darüber bei Flickr einloggt, darf wieder alle Bilder sehen, sofern die Option "Safe Search" deaktiviert wird. Genau diese Option steht deutschen Anwendern laut den aktualisierten Geschäftsbedingungen nun nicht mehr zur Verfügung.

Neben dem automatisierten Filtersystem sind offenbar auch Mitarbeiter von Flickr damit beschäftigt, "ungeeignete" Inhalte zu sperren. Auch in Foren beschriebene Workarounds - wie etwa die Vergabe von Gast-Zugriffen auf Bildersammlungen - funktionieren nun nicht mehr.

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