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Flexgo: Microsoft bringt PC mit Prepaid-Modell in den Handel

22.05.2006 | 12:01 Uhr |

Um Anwendern in Entwicklungsländern den Zugang zu PCs zu erleichtern, testet Microsoft ab sofort mit "Flexgo" ein neues Vertriebssystem. Dabei handelt es sich um einen vergünstigt erhältlichen PC, der für eine bestimmte Zeit genutzt werden kann. Läuft das Zeitguthaben ab, kann ein neues Kontingent per Internet oder auf Guthabenkarten gekauft werden. Das Prepaid-Modell von Handy-Tarifen hält somit auch im PC-Bereich Einzug.

Microsoft ist der Ansicht, dass vor allem die Kosten für einen PC viele Anwender davon abhält, sich einen Rechner zuzulegen. Andererseits sind Prepaid-Modelle für Handys in diesen Ländern durchaus erfolgreich. Was liegt also näher, als beide System zu verbinden? Microsoft und seine Partner haben genau das getan. Herausgekommen ist Flexgo.

Dabei handelt es sich um einen Prepaid-PC, der mit Beginn dieser Woche in Brasilien und in den kommenden zwei Monaten in Mexiko, Russland, Indien und China in die Läden kommen wird. Das System aus Hard- und Software erlaube die Nutzung als Prepaid-Modell, erklärt Mike Wickstrand, Direktor für Produktmanagement bei Microsofts Market Expansion Group. Kunden erhalten laut Wickstrand für rund 300 US-Dollar einen PC, der 600 Dollar wert ist. Im Kaufpreis enthalten ist eine gewisse Nutzungsdauer. Wie viele Stunden genau, ist nicht bekannt.

Wenn sich das Zeitguthaben dem Ende nähert, schaltet der PC laut Microsoft bestimmte Funktionen ab und wechselt in den "reserve mode", damit der Anwender weiß, dass er sein Zeitguthaben wieder auffüllen muss. Dies kann er wahlweise per Internet oder über Guthabenkarten erledigen, die im Handel erhältlich sind. Wird das Zeitguthaben komplett aufgebraucht, wird der Rechner komplett gesperrt, bis der Anwender eine neue Guthabenkarte erworben hat.

Die Idee zu einem solchen System kam Microsoft durch den Erfolg von Prepaid-Karten im Handy-Bereich in Ländern, in denen viele Anwender über keine Kreditkarten oder kein geregeltes Einkommen verfügen. Laut Wickstrand gab es in Indien vor fünf Jahren rund fünf Millionen Prepaid-Handys, mittlerweile sei diese Zahl auf über 90 Millionen angestiegen und wachse weiter.

Zu den Partnerunternehmen von Microsoft gehören Intel, AMD, Infineon, Lenovo, Phoenix und Transmeta. Weitere Details, etwa zur Hardware-/Software-Ausstatung der Rechner oder den Kosten für die Karten sind bislang nicht bekannt.

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