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Flatrate belastet T-Online

24.01.2001 | 16:44 Uhr |

Die Internet-Pauschaltarife und Verluste bei ausländischen Tochterfirmen haben die T-Online International AG im Jahr 2000 in die roten Zahlen gedrückt. Der Umsatz hingegen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 86 Prozent.

Die Internet-Pauschaltarife und Verluste bei ausländischen Tochterfirmen haben die T-Online International AG im Jahr 2000 in die roten Zahlen gedrückt. Wie Europas größter Onlinedienst in Darmstadt in einer ersten Übersicht über das abgelaufene Geschäftsjahr 2000 mitteilte, sei ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) von minus 125 Millionen Euro (244 Millionen DM) erwirtschaftet worden. Ein Jahr zuvor war noch ein Gewinn von 17,6 Millionen Euro angefallen.

An der Börse wurden die Geschäftszahlen von T-Online dennoch positiv aufgenommen. Das Papier legte zum Börsenauftakt um mehr als sechs Prozent auf 16,20 Euro zu. Über die drohenden Verluste bei T-Online war in den vergangenen Wochen mehrfach berichtet worden und überraschte die Händler nicht. T-Online war im April vergangenen Jahres als erste Telekom-Tochter an die Börse gegangen. Von ihrem Höchststand (47 Euro) ist die Aktie derzeit weit entfernt.

Neben den Anlaufverlusten bei den ausländischen Beteiligungen Club Internet (Frankreich), Ya.com (Spanien) und T-Online.at (Österreich) habe die Einführung der neuen Flatrate-Tarife im vierten Quartal den Gewinn belastet, hieß es. Werden die eingenommenen Erträge aus dem Börsengang der comdirect-Bank berücksichtigt, verringern sich die EBITA-Verluste um 39 Millionen auf 85,6 Millionen Euro.

Der Konzernumsatz der Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG (Bonn) kletterte den Angaben zufolge um 86 Prozent auf 797 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis hätten die neu erworbenen Töchter mit 55,2 Millionen Euro beigetragen, hieß es.

Bei den Kundenzahlen legte das Unternehmen den Angaben zufolge um 70 Prozent auf 7,9 Millionen Internetnutzer zu. Davon entfielen allein 6,5 Millionen auf Deutschland. Der Auslandsanteil liegt damit bei rund 17 Prozent. Die weitere Internationalisierung von T-Online, die Telekom-Vorstandschef Ron Sommer vorantreiben will, bleibt somit auf der Tagesordnung.

Die höchsten Erlöse erzielte T-Online im vergangenen Jahr im reinen Zugangsgeschäft. Sie beliefen sich auf 665 Millionen Euro. Die stärksten Zuwächse verzeichnete das Unternehmen dagegen im E-Commerce, wo sich die Umsätze - allerdings von niedriger Basis ausgehend - von 1998 bis 1999 auf 110 Millionen Euro versechsfachten. (PC-WELT, 24.01.2001, dpa/ mp)

PC-WELT Report: Die Flatrate-Entscheidung

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