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Flatrate: Durchbruch bei 50 Mark?

09.10.2000 | 16:08 Uhr |

NGI (Next Generation Internet) hat endlich Fakten zur einstweiligen Einstellung seiner Flatrate bekannt gegeben. Schuld sei die Deutsche Telekom. Nutzern von ngi-flat wird eine Übergangslösung angeboten. Der bisherige Preis von 77,77 Mark sei zu hoch. Erst eine Preis von 50 Mark werde dem Internet in Deutschland zum endgültigen Durchbruch verhelfen.

Lange hat es gedauert. Nun hat NGI (Next Generation Internet) die Fakten der einstweiligen Einstellung der ngi-Flatrate (siehe Glossar) ngi-flat bekannt gegeben. Schuld sei die Deutsche Telekom. "Aufgrund erheblicher technischer und vertraglicher Differenzen mit der Deutschen Telekom AG kann der Tarif 'ngi-flat' vorübergehend nicht mehr angeboten werden", so eine offizielle Stellungnahme von NGI.

"Die Deutsche Telekom AG war mit ihren Leistungen aus der Vergangenheit mit Sicherheit maßgeblich an dem Erfolg von NGI beteiligt", so Klaus Rohwer, Unternehmenssprecher von NGI. "In letzter Zeit gingen die Meinungen jedoch in wesentlichen Punkten auseinander, so dass nun die Zusammenarbeit zunächst einmal beendet ist.

Es sei aber nicht möglich, innerhalb von kurzer Zeit das hohe Minutenvolumen der NGI-Flatrate auf eine alternative Netzinfrastruktur zu verlagern, ohne massive Qualitätseinbußen in Kauf zu nehmen. "Bevor wir einen Dienst offerieren, welcher nicht zur Zufriedenheit unserer Kunden führt, bieten wir ihn lieber nicht an", so Klaus Rohwer.

In der Zwischenzeit konnten die anderen Angebote von NGI wieder angeboten werden. Dies geschehe nun in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen der Bertelsmann-Gruppe in Gütersloh.

Details zu den Problemen mit der Deutschen Telekom will NGI nicht nennen. "Wir haben eine Auseinandersetzung mit der Deutschen Telekom AG und werden diese an geeigneter Stelle führen, mit Sicherheit aber nicht in der Öffentlichkeit", so NGI in seiner Stellungnahme.

Ein wichtiger Aspekt bei der Auseinandersetzung mit der Deutschen Telekom sei die für den 15.11.2000 erwartete Entscheidung der Regulierungsbehörde, welche grundsätzlich die Höhe der Gebühren und Wettbewerbschancen von Unternehmen außerhalb des Konzernverbundes der Deutschen Telekom prüfe.

In naher Zukunft werde NGI wieder eine Flatrate anbieten, sobald die technischen und politischen Voraussetzungen dafür gegeben seien.

Die "ngi flat" sei zwar ein "Riesenerfolg" gewesen, aber für 77,77 Mark für Viele noch zu teuer. Erst eine Preis von 50 Mark werde dem Internet in Deutschland zum endgültigen Durchbruch verhelfen.

Während in den USA die durchschnittliche Internetnutzung bei 40 Stunden im Monat liege, seien es in Deutschland lediglich sieben Stunden pro Monat. Auch im benachbarten Europa sei eine bezahlbare Flatrate ohne Quersubventionierungen möglich.

"In Deutschland ist mit dem vorläufigen Rückzug von NGI aus dem Flatratemarkt ein Monopol der T-Online International AG in diesem Marktsegment faktisch erreicht, dies kann nicht im Sinne der Verbraucher sein", so Stefan Hackl, Vorstandsvorsitzender der NGI.

Die Flatrate-Kunden erhalten ab sofort die Möglichkeit zum Minutenpreis von 1,89 Pfennigen pro Minute online zu gehen. Die Vertragsbindung von ngi-flat ist aufgehoben. Auf den Seiten von NGI steht ein Formular zum Wechsel zur Verfügung.

Bereits bezahlte Monatsgebühren würden anteilig abgerechnet und als Guthaben mit dem neuen Tarif verrechnet.

Wer die Flatrate kündigen möchte, soll dies schriftlich über folgende Adresse tun:

NGI Next Generation Internet AG

Warburgstraße 5

20354 Hamburg

Restguthaben würden in diesem Fall zurück überwiesen werden. Außerdem bestehe die Möglichkeit, den Anschluss und das eventuelle Guthaben vorläufig deaktivieren zu lassen, bis für den Tarif eine Alternative gefunden ist. (PC-WELT, 09.10.2000, pk)

Webseiten des Anbieters NGI

ngi erhebt Vorwürfe gegen die Telekom (PC-WELT Online, 05.10.2000)

ngi-Flatrate eingestellt? (PC-WELT Online, 04.10.2000)

PC-WELT Ratgeber: Flatrates im Überblick

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