200920

Flat-TV: Möge der Boom beginnen

Sie sind flach, schick aber für die meisten Anwender unerschwinglich: Flat-TVs auf Plasma- oder LCD-Basis. Doch der Boom hat gerade erst begonnen, in wenigen Jahren sollen die Flachmänner ihren Röhrenkollegen den Rang abgelaufen haben - vor allem bei großen Bildschirmdiagonalen. So lautet das Fazit einer Industrie-Konferenz in Monterey, Kalifornien.

In Anlehnung an einen schon etwas älteren Hit der "Dire Straits" betitelte Scott Edwards, Vizepräsident für Consumer Products bei Gateway, seine Keynote mit "I want my thin TV". Bei seiner Rede stellte der Manager kommende Anwendungsmöglichkeiten der flachen Fernseher vor, wie beispielsweise in Bedazimmerspiegeln oder Bilderrahmen.

Zwar sollen noch bis 2007 Röhrenfernseher das Heft in der Hand behalten und für rund 160 Millionen der 200 Millionen verkauften Einheiten verantwortlich zeichnen, doch dies lediglich auf Grund des niedrigeren Preises, erläuterte Riddhi Patel, Analystin beim Marktforschungsunternehmen "iSupply/Stanford Ressources". Allerdings soll der Preisunterschied bis dahin dramatisch absinken.

Laut Patel soll im Jahr 2007 der durchschnittliche Preis für einen Röhrenfernseher bei 200 Dollar liegen. Rückprojektionsmodelle auf LCD-Basis sollen rund 800 Dollar kosten und Plasma- und LCD-Fernseher etwa 1500 Dollar. Die Analystin ist optimistisch, dass diese Preismarke bei LCDs und Plasmas eventuell bereits Ende 2005 erreicht werden könnte.

Jon-Tae Lim, Entwickler bei Samsung, ist in dieser Hinsicht etwas zurückhaltender. Seiner Auffassung nach werden die Preise bis 2007 für Plasmas mit mehr als 40 Zoll bei etwa 2000 Dollar liegen, LCD-Modell sollen rund 2500 Dollar kosten.

Die wichtigste Entwicklung im letzten Jahr für Endanwender war die hohe Zahl an Unternehmen, die sich im Bereich Flat-TV engagieren wollen. Darunter auch Firmen wie Dell, Gateway und bald auch Hewlett-Packard, die sich bislang vor allem im IT-Bereich einen Namen gemacht haben.

Vor allem Dell und Gateway stellen für die alteingesessenen Unternehmen in diesem Markt eine gewaltige Herausforderung dar. Da die Direktversender den klassischen Einzelhandel umgehen, sparen sie bares Geld und können ihre Produkte günstiger anbieten.

Am Beispiel Gateway konnte eindrucksvoll beobachtet werden, wie sich dies auf die Preise für Endkunden auswirken kann. So stellte das Unternehmen im letzten Jahr als erste Firma einen Plasma-Fernseher für unter 3000 Dollar vor und wurde prompt Nummer Eins in den USA. Konkurrenten wie Panasonic oder RCA (eine Tochter von Thomson), die ähnliche Geräte für das doppelte im Angebot hatten, waren gezwungen, tiefe Preisschnitte vorzunehmen.

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