179192

Adobe reagiert auf offenen Brief von Steve Jobs

14.05.2010 | 09:23 Uhr |

Adobe hat nun auf den offenen Brief von Apple-Chef Steve Jobs reagiert. Der Streit über die Missachtung von Flash durch Apple geht in eine neue Runde.

Ende April hatte Apple-Chef Steve Jobs in einem offenen Brief (Titel: "Gedanken zu Flash") den Standpunkt seines Unternehmens bezüglich der Unterstützung von Flash in Apple-Geräten wie iPhone und iPad dargelegt . Nun liegt auch die Antwort von Adobe vor.

Adobe hat auf seiner Website einen offenen Brief veröffentlicht , der den Titel "Unsere Gedanken über offene Märkte" trägt und von den Adobe-Vorstandsmitgliedern Chuck Geschke und John Warnock verfasst wurde. Der Name Apple fällt in diesem offenen Brief nur einmal und ziemlich am Ende des offenen Briefes.

Kernaussage des offenen Briefes: Adobe ist ein "Anführer" im Bereich der offenen Märkte, wobei die beiden Verfasser auf populäre Technologien wie PostScript, PDF und auch Flash verweisen.

"Wir glauben, dass Apple durch die Wahl eines entgegengesetzten Ansatzes einen Schritt unternommen hat, der das nächste Kapitel des Webs untergräbt. Einem Kapitel, in dem mobile Geräte die Anzahl der Computer übertreffen, jede Einzelperson ein Verleger sein kann und auf jeden Inhalt überall und jederzeit zugegriffen werden kann", so Geschke und Warnock.

Die beiden Adobe-Anführer schreiben außerdem, dass sie der Ansicht sind, dass jeder Konsument in der Lage sein soll, auf die gewünschten Inhalte und Applikationen zuzugreifen, unabhängig davon, welchen Computer er besitzt, welchen Browser er mag oder welches Gerät seine Ansprüche erfüllt. "Kein Unternehmen - egal wie groß und wie kreativ - sollte diktieren, was man erstellen kann, wie man es erstellen kann oder was man im Web erleben kann", heißt es in dem offenen Brief, der mit dem Satz schließt:

"Letztendlich glauben wir, dass die Frage in Wirklichkeit ist: Wer kontrolliert das World Wide Web? Und wir glauben, dass die Antwort darauf ist: niemand - und jeder, aber sicherlich nicht ein einzelnes Unternehmen."

Unter dem Titel "Freedom of choice" ("Die Freiheit der Auswahl") hat Adobe eine weitere Seite online gestellt . Auf dieser Seite ist die Rede davon, dass Offenheit zu den wichtigsten Merkmalen von Adobe gehöre. Zugleich hat Adobe auch eine Werbe-Kampagne gestartet, in dem ebenfalls die Offenheit im Mittelpunkt steht.

Unterm Strich geht es schon lange nicht mehr nur darum, dass die mobilen Apple-Geräte keine Flash-Inhalte mögen. Apple legt auch fest, mit welchen Werkzeugen Apps für die Geräte erzeugt werden dürfen. Apple hatte im vergangenen Monat per Änderung der Lizenzregeln dafür gesorgt, dass Entwickler keine rivalisierenden Entwicklungstools verwenden dürfen. Adobe wollte mit Flash Professional CS5 eine Lösung auf den Markt bringen, die Flash-Applikationen in Applikationen umwandelt, die nativ auf iPhones, iPads und iPod Touch-Geräten laufen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
179192