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Sandisk weist Samsungs Übernahmeofferte zurück

17.09.2008 | 15:47 Uhr |

Sandisk will sich nicht so einfach schlucken lassen: Das Unternehmen hat ein Übernahmeangebot seitens Samsung Electronis zurückgewiesen. Wie fast immer in solchen Fällen wurde dies damit begründet, dass das Angebot zu niedrig sei. Sandisk vermutet hinter Samsungs Ambitionen aber noch etwas anderes.

Bereits seit rund vier Monaten liefen zwischen den Führungsspitzen von Samsung und Sandisk Gespräche hinsichtlich einer möglichen Übernahme . Am vergangenen Dienstag ging nun Samsung mit einem offiziellen Übernahmeangebot an die Öffentlichkeit, offensichtlich, nachdem die Verhandlungen gescheitert waren. Immerhin 26 Dollar ist Samsung demnach bereit, pro Sandisk-Aktie zu zahlen. Zum Vergleich: Am Montag schloss das Papier bei 15,03 Dollar. Nach Bekanntwerden des Angebots schossen die Anteilsscheine um 50 Prozent nach oben, meldet der IDG News Service.

"Unser Angebot schützt ihre Anteilseigner vor den Risiken der Markbedingungen, die sich extrem erhöht haben und auch weiterhin eine Herausforderung sein werden", schrieb Samsungs CEO Yoon-Woo Lee im Zuge des Übernahmeangebots an das Management von Sandisk. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Sandisk-CEO Eli Harari erklärte, dass sein Unternehmen durchaus für Übernahmegespräche offen sei, der gebotene Preis von 26 Dollar aber "opportunistisch" gewählt sei, da sich die gesamt Industrie in einem Abschwung befände. Daher sei Sandisk unterbewertet, das Angebot wurde rundheraus abgelehnt.

Sandisk könnte sich aber auch vorstellen, dass es sich bei dem Angebot auch um einen präzise geplanten "Verhandlungstrick" handeln könne, der darauf abziele, in den laufenden Patentstreitigkeiten zwischen den Unternehmen die Oberhand zu behalten.

Samsung hingegen argumentiert, dass beide Firmen von einem Zusammenschluss profitieren könnten. So würde das mögliche Gemeinschaftsunternehmen eine mächtige, globale Marke im Bereich Flash-Speicher darstellen, die es ihr erlauben könnte, Flash als bevorzugte Technologie für den Transport und die Sicherung von Daten zu positionieren. Samsung erklärte weiter, dass im Falle einer Übernahme Sandisk als eigenständige Tochtergesellschaft weiter betrieben werden soll. Auch seien keine Entlassungen geplant.

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