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Firmensterben in Second Life

16.07.2007 | 16:00 Uhr |

Immer mehr Firmen schließen ihre Präsenz in der virtuellen Welt Second Life (SL). Verlassene Unternehmens-Inseln, leere Programmtafeln und Auslagen prägten das Bild, das sich der Journalistin Alana Semuels von der Los Angeles Times bei einem Rundgang durch SL aufdrängte.

Der Computerhersteller Dell gab seine Insel auf, ebenso die Hotelkette Starwood. "Unternehmen, die ihre Präsenz geschlossen haben, müssen sich fragen, ob ihr Atem lang genug war und was sie bei ihrem Auftritt falsch gemacht haben könnten", sagt Christoph Ringwald, Sprecher des Internetdienstleisters Pixelpark , im Gespräch mit der News-Agentur pressetext.

Während sich bei einigen US-Unternehmen Resignation über Second Life breit macht, zeigen deutsche Unternehmen Zufriedenheit mit ihrem Engagement. "Momentan bestehen keine Pläne, sich aus SL zurückzuziehen", so Oliver Brüggen, Sprecher von Adidas, gegenüber pressetext. Man sei zufrieden, Pläne für eine Erweiterung gebe es derzeit jedoch auch nicht, heißt es vom Sportartikelhersteller in Herzogenaurach. Seit der Inseleröffnung im September 2006 verkaufte Adidas monatlich 2.700 Schuhpaare im Second-Life-Shop und verzeichnete im Schnitt 9.000 Besucher.

Auch DaimlerChrysler will weiterhin mit seiner Marke Mercedes Benz in SL vertreten bleiben. "Wir sind sehr zufrieden mit den Besucherzahlen. Das Ziel unseres Auftritts in Second Life ist, in direkten Dialog mit der Zielgruppe zu treten", betont Susanne Klauser, Pressesprecherin des Automobilkonzerns, gegenüber pressetext. Mercedes Benz bietet den SL-Avataren eine Teststrecke mit allen Wetterverhältnissen, auf der sie die C-Klasse virtuell testen können.

Second Life hat innerhalb eines Jahres eine rasante Entwicklung durchgemacht. "Vom nahezu völlig Unbekannten erlebte SL vor wenigen Monaten noch einen Hype mit positiver Berichterstattung und folglich auch positiver Wahrnehmung. In jüngster Zeit wird mit negativer Berichterstattung auf SL eingeschlagen. Diese Phasen werden normalerweise in mehreren Jahren durchlaufen", unterstreicht Ringwald. Wenn ein Unternehmen Interesse hat, an dieser Entwicklung teilzunehmen, müsse es mit SL durch diese Phasen gehen. Pixelpark betreut Kunden wie Bild T-Online und EnBW bei ihren Aktivitäten in SL.

Die Bevölkerung in SL schrumpft indes, während andere virtuelle Welten Zulauf erhalten. Im Juni sind die aktiven Nutzerzahlen in SL um 2,5 Prozent zurückgegangen . Von den acht Mio. Registrierten halten sich zu Spitzenzeiten 30.000 bis 40.000 Nutzern in SL auf. Die Unternehmen folgen der virtuellen Völkerwanderung. IBM ist bereits in Entropia Universe und There aktiv. Entropia Universe wird vom schwedischen 3D-Spezialisten Mindark betrieben und seit dem Start 2003 haben sich 580.000 Nutzer registriert. There hat laut eigenen Angaben rund eine Mio. Mitglieder. Betreiber ist das in Silicon Valley angesiedelte Unternehmen Makena Technologies. (pte/mja)

Der Artikel stammt von tecchannel.de .

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