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Dresscode für Business-Avatare gefordert

09.10.2009 | 09:45 Uhr |

Das Auftreten von Unternehmen in virtuellen Online-Welten ist zu unbedacht und kann dem eigenen Image schaden. Deshalben raten Experten zu einem Verhaltenskodex für Webaktivitäten.

"Firmen, die bereits einen eigenen Verhaltenskodex für Webaktivitäten wie etwa Blogs unterhalten, sollten in der Lage sein, diesen auch auf virtuelle Geschäftsumgebungen zu erweitern", kritisiert ein aktueller Bericht des US-Marktforschungsunternehmens Gartner, der in dieser Hinsicht noch viel Aufholbedarf bei den Konzernen ortet. Demnach gewinne die betriebliche Nutzung virtueller Geschäftsumgebungen im Internet auch trotz des nachgelassenen Hypes um Online-Welten wie Second Life zunehmend an Bedeutung. Bei genauerer Betrachtung falle dabei aber auf, dass der Großteil der in virtuellen Umgebungen aktiven Unternehmen sich anscheinend keine ausreichenden Gedanken darüber macht, wie sie sich dort präsentieren.

Vor allem, was den Umgang mit sogenannten Avataren betrifft, die als eine Art virtuelle Spielfigur ganze Unternehmen oder einzelne Mitarbeiter repräsentieren können, würde die große Mehrheit der Firmen noch viel zu unvorsichtig agieren. "Avatare schleichen sich immer mehr in das Business-Umfeld ein und werden noch weitreichende Auswirkungen für Betriebe mit sich bringen", heißt es von Gartner. Um negative Konsequenzen auf die eigene Reputation zu vermeiden, sei es unbedingt erforderlich, für ein entsprechendes firmeninternes Regelwerk zu sorgen, das klar und deutlich definiert, wie eine derartige Vertretung in einer virtuellen Online-Welt auszusehen hat. "Da in dreidimensionalen Umgebungen die visuelle Dimension eine wichtige Rolle spielt, muss sichergestellt werden, dass im betrieblichen Kodex auch bestimmte Kleidungsvorschriften vorgegeben werden", rät Gartner.

"Der Schritt in das Web 2.0 ist bei den Unternehmen heute noch mit großen Unsicherheiten und Fragezeichen verbunden. Ganzheitliche Konzepte für die betriebliche Nutzung des digitalen Raums sind bislang noch immer eher die Ausnahme", stellt Kommunikations- und Unternehmensberater Dieter Herbst http://www.dieter-herbst.de gegenüber pressetext fest. Insofern könne er die von Gartner zu Tage geförderten Ergebnisse nur sehr gut nachvollziehen. "Wenn sich eine Firma für den Einsatz eines Avatars als ihre virtuelle Repräsentanz entscheidet, muss dieser in seinem Aussehen auch das Selbstverständnis des jeweiligen Unternehmens widerspiegeln", betont Herbst. Dabei sollte aber schon im Vorfeld genau geprüft werden, ob der Einstieg bei Second Life und Co für den betreffenden Betrieb überhaupt sinnvoll ist. "Der Aufwand hierfür ist in der Regel sehr hoch und man braucht fachkundige Mitarbeiter", gibt Herbst zu bedenken.

Den Gartner-Experten zufolge werden bis zum Ende des Jahres 2013 bereits rund 70 Prozent der Unternehmen über ein eigenes Regelwerk für den Umgang mit virtuellen Repräsentanzen verfügen. Darin enthalten werden dann unter anderem auch konkrete Vorschriften für das Verhalten und die Bekleidung von Avataren sein, die in irgendeiner Form in Beziehung zu einem bestimmten Konzern oder einer spezifischen Organisation in einer Online-Welt auftreten. (pte)

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