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Firewire-Geräte enttäuschen

Die derzeit erhältlichen Geräte mit Firewire-Schnittstelle schöpfen das Potenzial der an und für sich sehr leistungsfähigen Technik bei weitem nicht aus. Außerdem sind sie extrem teuer. Das hat ein Test ergeben.

Für Apple-Computer und bei digitalen Video-Anwendungen hat sich die Highspeed-Schnittstelle "1394" bereits etabliert. Nun schickt sich die auch als "Firewire" bekannte Schnittstelle an, den PC-Markt zu erobern. Die neuen Firewire-Produkte sind allerdings nur halbherzig aufgesetzt und schöpfen das Potenzial der Firewire-Technik bei weitem nicht aus. Dies ergab ein Test des TecChannel.

Dabei sind die derzeit erhältlichen Peripheriegeräte mit Firewire-Schnittstell nicht gerade preiswert. Während herkömmliche Festplatten mit 25 GB für weniger als 450 Mark erhältlich sind, kosten die externen "Firewire"-Lösungen bei gleicher Kapazität bis zu 1000 Mark, so der TecChannel. Diese Preisdifferenz - allein für das Gehäuse, den Schnittstellen-Umsetzer sowie ein Netzteil - sei nicht gerechtfertigt.

Während bei Apple mit den G3-Modellen seit Januar 1999 die Anschlüsse auf der Hauptplatine integriert sind und der Betrieb von Kameras, Festplatten und sonstigen "1394"-Geräten ohne Probleme läuft, ist der Betrieb am PC oft mit Schwierigkeiten verbunden. Mangels Chipsatz-Unterstützung bleibt nur der Griff zu PCI-Controller-Karten. Von diesen bietet jedoch nicht jede die Unterstützung für Massenspeicher, wobei ein Hinweis auf den fehlenden Support oft ausbleibt. Deshalb sollte ein Interessent beim Kauf des Controllers unbedingt auf die so genannte OHCI-Kompatibilität achten. Diese ist für die Ansteuerung beliebiger Massenspeicher verantwortlich und daher zwingend erforderlich.

Von der Spezifikation her hat Firewire zwar einiges zu bieten. Neben der Anschlussmöglichkeit im laufenden Betrieb kann die Schnittstelle mit hohen Bandbreiten und einer Übertragungsraten von 50 MB pro Sekunde aufwarten. Oft wird die Festplatte jedoch beim Anschließen nicht erkannt, oder die Anschlüsse sind nicht kompatibel. Auch die Leistung bleibt auf der Strecke, so der TecChannel. Von bis zu 30 MB pro Sekunde, die moderne Festplatten erreichen, blieben gerade mal 12,5 MB pro Sekunde übrig.

Hinzu kämen weitere nur halbherzig umgesetzte Lösungen: Obwohl auch externe Geräte über Firewire mit Strom versorgt werden können, werde von dieser Möglichkeit kaum Gebrauch gemacht. Kunden müssten sich daher auch weiterhin mit zusätzlichen Netzteilen und dem üblichen Kabelsalat abfinden. (PC-WELT, 21.03.2000, sp)

TecChannel zu Firewire: Nepp oder Innovation

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