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Firefox: Mozilla integriert Kopierschutz in Browser

15.05.2014 | 14:15 Uhr |

Mozilla wird in Firefox einen Kopierschutz integrieren. Dadurch soll das Ansehen DRM-geschützter Filme erleichtert werden, wie Mozilla betont.

Die Entscheidung dürfte bei den Open-Source-Anhängern und Firefox-Fans für kontroverse Diskussionen sorgen. Mozilla hat nämlich die Integration eines Kopierschutzes in Firefox angekündigt.

In einem Blog-Eintrag räumt Mozilla-Foundation-Vorsitzende Mitchell Baker ein, dass es eine schwierige Entscheidung gewesen sei. Man habe sich aber letztendlich dazu entschieden, damit Nutzer auch in Zukunft kopiergeschützte Filme im Browser ansehen können. Ansonsten seien die Anbieter der Inhalte nicht bereit, das Betrachten der Filme im Browser zu gestatten.

"Unglücklicherweise kann Mozilla zu diesem Zeitpunkt allein nicht die Industrie beim Thema DRM ändern. (...) Die anderen Browser-Anbieter - Google, Microsoft und Apple - habe diese neuen Systeme bereits implementiert", schreibt Baker. Aus diesem Grund werde es schon bald nur noch möglich sein, Filme in Browsern zu betrachten, wenn die Browser auch ein integriertes DRM besitzen. Um zu verhindern, dass sich Nutzer von Firefox abwenden, sieht sich Mozilla daher gezwungen, DRM auch in Firefox zu implementieren.

Konkret wird Mozilla in Firefox die Unterstützung für das Adobe Access DRM namens Encrypted Media Extensions (EME) integrieren. Für Anwender hat diese Integration den Vorteil, dass sich so geschützte Filme im Browser direkt ansehen lassen, ohne ein Plug-In wie Flash oder Silverlight installieren zu müssen.

Derzeit kann Mozilla noch nicht sagen, ab wann EME in Firefox integriert sein wird. Die Details würden derzeit noch finalisiert. Die anschließenden Tests könnten dann noch einige Monate dauern. Es werden alle Desktop-Versionen von Firefox betroffen sein, also Firefox für Windows, Mac und Linux. Keine Pläne gäbe es derzeit für eine Integration von EME in Firefox für Android.

Auch auf die Frage, ob die Integration eines geschlossenen Kopierschutzes in den offenen Browser nicht gegen die Prinzipien von Mozilla verstoße, wird eine Antwort geliefert. "DRM setzt geschlossene Systeme zum Funktionieren voraus und ist so designt, dass es den Usern die Kontrolle entzieht. Daher ergreift Mozilla die Schritte für alternative Lösungen für DRM. Aber Mozilla glaubt auch, dass bis ein alternatives System gibt, Firefox-Nutzer in der Lage sein sollten zu entscheiden, ob sie mit DRM interagieren wollen, um gestreamte Videos im Browser zu betrachten."

Genauere technische Details zur Implementierung von EME in Firefox verrät Mozilla-CTO Andreas Gal in seinem Blog. Auch er betont, dass man bei Mozilla zur Erkenntnis gekommen sei, dass die Nicht-Implementierung des DRM in Firefox zu einem Wechsel der Firefox-Nutzer zu anderen Browsern geführt hätte.

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