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Firefox und Opera stellen Ermittler vor Probleme

05.09.2005 | 15:28 Uhr |

Die Tools der Ermittler sind auf den Internet Explorer abgestimmt, andere Browser erfordern Anpassungen.

Während der Internet Explorer weiterhin der meist benutzte Web-Browser ist, erlangt vor allem Firefox eine gewisse Popularität. Das stellt behördliche wie private Ermittler dem Anschein nach vor neue Probleme. Ihre Kenntnisse und Hilfsprogramme sind auf den Microsoft-Browser eingestellt. Dies offenbarte ein Vortrag von Glenn Lewis auf dem jährlichen Treffen der " High Tech Crime Investigation Association " Ende August im kalifornischen Monterey.

Wenn der PC eines Verdächtigen auf Spuren seiner Online-Aktivitäten untersucht werden muss, gehen mehr oder minder gut ausgebildete Ermittler zunächst davon aus, dass er mit dem Internet Explorer (IE) im Web unterwegs war. Beim IE wissen auch weniger erfahrene Ermittler, wo sie nach den Spuren suchen müssen und haben Programme bei der Hand, die automatisch alle vorhandenen Spuren sichern.

Alternative Browser wie Firefox oder Opera speichern Daten wie den Verlauf, Lesezeichen, eingetippte Web-Adressen oder den Browser-Cache an anderen Stellen im Dateisystem und in anderen Dateiformaten als der IE. Darauf wies Glenn Lewis von der Datensicherheitsfirma Kroll in seinem gut besuchten Vortrag hin. Er demonstrierte den interessierten Zuhörern, wie man diese Spuren in Firefox und Opera findet und stellte Programme vor, die dabei helfen sollen.

Die zunehmende Zahl von Fällen, in denen Computer von Verdächtigen untersucht werden müssen, denen illegale Online-Aktivitäten unterstellt werden, stellt Ermittlungsbehörden vor personelle Probleme. Es fehlt in vielen Ländern an gut ausgebildeten Computer-Spezialisten und am nötigen Geld, um Abhilfe zu schaffen. So sind offenbar zumindest bei Routine-Fällen Ermittler am Werk, deren Kenntnisse der Computer-Forensik aus Schnellkursen stammen, die bei unzureichenden Vorkenntnissen weniger Nutzen bringen als erhofft.

Das bedeutet keineswegs, dass Kriminelle straflos ausgehen, wenn sie einen andere Web-Browser als den Internet Explorer verwenden. Es kann allerdings bedeuten, dass sich Ermittlungsverfahren länger hinziehen, weil die besser ausgebildeten Ermittler überlastet sind. Daher sind Partnerschaften mit privaten Unternehmen wertvoll, wie die Festnahmen im Fall "Zotob" gezeigt haben, in dem Microsoft und andere die Ermittlungen der Behörden aktiv unterstützt haben ( wir berichteten ).

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